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Klimainitiative

Ein Fünftel der Kosten für Energie einsparen

Anna Pölzl.(c) Stefan Diesner
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Mit Energie bewusst umzugehen ist Nista.io-Mitgründerin Anna Pölzl ein Anliegen. Sie bietet Unternehmen Energieeffizienztipps im Abo an.

Ein Start-up wollte Anna Pölzl ursprünglich gar nicht gründen. Aber was sie wollte, war, „etwas zu tun, was meinen idealistischen Werten“ entsprach. Während ihrer Studien – Environment and Bio-Resources Management an der Boku Wien, Environmental Technology & International Affairs an der Diplomatischen Akademie und an der Technischen Universität Wien – hatte sie nicht nur die Konzertorganisationsfirma Sofar Sounds gegründet, sondern in der Energieeffizienzberatung gearbeitet. Wissen, das ihr bei Nista.io noch hilfreich werden sollte.

Denn nach dem Studium lernte sie, als sie auf eine Jobzusage aus der Fotovoltaik-Branche wartete, zufällig Benjamin Mörzinger kennen. Auch er kam aus der Energieeffizienz-Ecke und hatte seine Dissertation in Maschinenbau über Daten und Energieeffizienz geschrieben.
Beide wussten um die Problematik der Energieeinsparungspotenziale, aber hatten noch kein konkretes Produkt. Das entwickelte sich, weil sie sich dennoch nicht scheuten, mit Unternehmen in Kontakt zu kommen und die Bedarfe zu ermitteln.

Später kam der Informatiker Markus Hoffmann dazu, der das Gründungsteam komplettierte: 2020 wurde gegründet. Und es ging Schritt für Schritt voran.

Was sie heute anbieten: Energieeffizienz im Abo. Unternehmen teilen dazu ihre Daten zum Energieverbrauch, ihre Lastpläne und Sensordaten – im Gegenzug liefert Nista.io regelmäßig klare Handlungsanweisungen und Action Steps, die beim Energiesparen helfen. Dazu entwickelte das Start-up eine Software, die die Daten verarbeitet. Was dabei skaliert, sind die Datenaufbereitung und die Analyse der Daten, die in vielen Unternehmen ähnlich sind. Das Einsparungsziel, sagt Pölzl, sind „20 Prozent der Energiekosten“. Das sei durchaus realistisch. Mehr noch: Durch die vielfältigen Daten werde sichtbar, wohin Energie fließe. So könne man für jede einzelne Anwendung und jedes einzelne Produkt den CO2-Fußabdruck nachvollziehbar machen.

Ganz am Anfang waren die Gründer auch getrieben von Neugier und Zweifeln: Warum macht das noch niemand, warum wird diese Leistung noch nicht angeboten? Zwei Antworten fanden sie darauf. Erstens: Die Energieproduktion war zu diesem Zeitpunkt – anders als heute – so günstig, dass Effizienz trotz der Klimadebatte kein großes Thema war. Und zweitens: „Datenorchestrierung ist komplex und anstrengend“, sagt Pölzl. Denn anders als bei der Predictive Maintainance, also der vorausschauenden Wartung von Gebäuden und Anlagen, ließ sich Return on Investment nicht so einfach berechnen, Energieeffizienz war zu schwammig.

Heute ist der Bedarf für alle einfach nachvollziehbar: 16 Mitarbeitende in Wien – darunter Ingenieure und Designer – bearbeiten das Energieeffizienzthema. „Ziel ist, es in den Alltag einzubinden und Energieeffizienz nicht nur als Projekt zu sehen.“ Was es für die Kunden attraktiv machen soll: Die Implementierung – oder wie Pölzl es nennt, „die time to wow“ beträgt nur zwei Monate.

Das Voting für „Österreicher:innen des Jahres“ finden Sie unter: www.diepresse.com/austria22