Flugzeugabsturz in Nepal: Alle 22 Insassen tot

Nepal
Nepal(c) REUTERS (Str)

Die Propellermaschine zerschellte 150 Kilometer östlich der hauptstadt Kathmandu an einem Hang. Der Flugschreiber wird derzeit ausgewertet.

Bei einem Flugzeugunglück im Himalaya sind alle 22 Menschen an Bord einer zweimotorigen Propellermaschine ums Leben gekommen. Das Flugzeug der privaten Gesellschaft Tara Air sei in mehr als 2700 Meter Höhe gegen einen Berg geprallt und dann rund 100 Meter einen Hang herabgestürzt.

Das Wrack des Flugzeugs wurde am Donnerstag 150 Kilometer östlich von Kathmandu gefunden. Es habe keine Überlebenden gegeben, teilte die Luftfahrtbehörde des Himalaya-Staates mit.

18 Touristen aus Bhutan unter den Toten

Als mögliche Unglücksursache wurden schlechtes Wetter oder das schwierige Terrain genannt. An Bord der Maschine waren nach offiziellen Angaben 18 Bhutaner, ein Amerikaner nepalesischer Herkunft und drei nepalesische Besatzungsmitglieder. Die Passagiere kehrten von einer Pilgerreise zu einem Hindu-Schrein zurück. Der Kontakt zu der Maschine vom Typ Twin Otter war am Mittwoch kurz nach dem Start vom ostnepalesischen Flughafen Lamidanda abgebrochen. Das Flugzeug sollte in die Hauptstadt Kathmandu fliegen.

Die Leichen wurden am Donnerstag nach Kathmandu gebracht. Nach Angaben der Luftfahrtbehörde wurde auch der Flugschreiber gefunden, der nun ausgewertet werden soll. Medienberichten zufolge rief Bhutans Ministerpräsident Jigmey Y Thinley seinen nepalesischen Amtskollegen Madhav Kumar Nepal an, um sich über das Unglück zu erkundigen. Das kleine südasiatische Himalaya-Königreich Bhutan entsandte eine Delegation in das Nachbarland.

Immer wieder Unfälle

In Nepal kommt es immer wieder zu Flugzeugunglücken, bei denen oft auch Urlauber ums Leben kommen. Im Oktober 2008 war eine Passagiermaschine beim Landeanflug auf den 3000 Meter hoch gelegenen Flughafen Lukla abgestürzt. Dabei waren 18 Menschen getötet worden, unter ihnen zwölf deutsche Trekking-Touristen. Im vergangenen August starben ebenfalls 18 Menschen, darunter sechs Ausländer, als ein Flugzeug im Himalaya verunglückte.