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Pizzicato

TikTakTok

Silvio Berlusconi war seiner Zeit oft voraus – als Medienmogul, Miterfinder schriller TV-Shows à la „Tutti Frutti“ und Populist.

Mit Massengeschmack kennt sich der Zampano aus, hat er sich doch in den 1950er-Jahren ein Zubrot als Troubadour auf Kreuzfahrtschiffen verdient. Dabei lernte er von der Pike auf, sein Publikum mit öligem Charme und platten Witzen zu bezirzen. O Silvio mio!

Im Wahlkampf hat der bald 86-Jährige ein neues Spielzeug entdeckt, das ihm die Strapazen eines Straßenwahlkampfs erspart. Womöglich hat es ihm seine 32-jährige Lebensgefährtin schmackhaft gemacht – oder seine Enkel. Sein Debüt bei TikTok war beschwingt: „Ciao Ragazzi!“ Seither zeigt er auf der Plattform für die Jungen und die Jüngsten, dass auch in ihm noch ein Ragazzo steckt.

Er sprüht. Kürzlich brachte sich der Putin-Amico neben Angela Merkel als Vermittler im Ukraine-Krieg ins Gespräch. Und als genialer Vermarkter lancierte er eine zündende Idee: Warum das Medium nicht umbenennen in TikTokTak? Oder in TikTakTok? Ähnlich wie bei Tick, Trick und Track, den Neffen Donald Ducks. Nur eines sollte man Nonno Silvio ausrichten. Das TikTok-Zielpublikum beschränkt sich auf die Vier- bis 15-Jährigen, die bei dieser Wahl noch nicht wahlberechtigt sind. Doch Berlusconi hat eine größere Perspektive: Der Mann denkt eben an die Zukunft. (vier)

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.09.2022)