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Morgenglosse

Licht sparen, der Kaiser ist g’storben!

'ENERGIESPARKAMPAGNE DER BUNDESREGIERUNG': GEWESSLER / KOCHER
Leonore Gewessler (Grüne) und Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) im Rahmen der Präsentation der Energiesparkampagne der Bundesregierung am Montag.APA/ROLAND SCHLAGER
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Früher war Energiesparen ein Kinderstreich. Heute klingt das alles wie ein Kinderstreich, ist aber für Erwachsene und völlig ernst gemeint.

Früher war Energiesparen ein Kinderstreich. Man hat sich gegenseitig die Pudelhaube übers Gesicht gezogen und gerufen: „Licht sparen, der Kaiser ist g’storben!“ Heute erklärt eine Umweltministerin den Bürgern, dass sie beim Wasserkochen den „allzeit beliebten Deckel am Topf“ lassen sollen, weil sie so Strom sparen. Preisdeckel quasi. Heute plakatiert die Regierung Slogans wie „Sag Bye zu Standby.“ Heute klingt das alles wie ein Kinderstreich, ist aber für Erwachsene und völlig ernst gemeint.

Energiesparen gehe „ab sofort, mit ein paar einfachen Handgriffen“, sagt Ministerin Gewessler und meint damit unter anderem, dass man das Licht abdreht, wenn man einen Raum verlässt. Die Regierung nennt diese Erziehungskampagne für vermeintlich völlig degenerierte Wohlstandsverwahrloste übrigens „Mission 11“. Die Experten haben nämlich ausgerechnet, dass ein durchschnittlicher Haushalt elf Prozent seines Energieverbrauchs einsparen kann, wenn er die banalsten und offensichtlich längst nicht mehr normalsten Regeln beachtet. Da läuft es einem ziemlich kalt über den Rücken. Stromsparen hin oder her.