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Politik und Medien

Dabei müsste Habermas Twitter doch lieben

Das waren noch Zeiten: Man schrieb 1969, Jürgen Habermas diskutierte im Hörsaal – und für die politische Meinungsbildung sorgten „FAZ“, „Süddeutsche“ und „Tagesschau“.SZ Photo / Max Scheler
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Dass im Netz alle mitreden, passt zum Ideal dieses Denkers. Warum er es dennoch für einen Fluch hält, erklärt er in seinem neuen Buch.

Das hat Charme: Erstmals aufhorchen ließ Jürgen Habermas, seit einem halben Jahrhundert Deutschlands geistiger Exportschlager Nummer eins, mit seiner Habilitation von 1962. Die hieß „Strukturwandel der Öffentlichkeit“, und der Schüler der Frankfurter Schule zeichnete darin ein düsteres Bild von Massenmedien, die von Großinvestoren gelenkt den politischen Diskurs zum Verstummen bringen – weil ihre Kommunikation als Einbahn läuft, hin zu rein passiven, geschickt manipulierten Lesern, Sehern und Hörern.

Dass es einmal soziale Netzwerke im Internet geben würde, konnte der Philosoph nicht ahnen. Wie es dort abläuft, scheint sein Ideal zu verwirklichen: Jeder Bürger kann gleichberechtigt mitreden. Freut er sich darüber? Oder findet er Anlass für neue Kritik? Das hat uns der Unermüdliche – er ist schon 93 – nun verraten, in der schmalen Schrift „Ein neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit“.