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Musikverein

Beethovens Siebte als rastloses Furioso

Viel Beifall für Thielemann und die Dresdner Staatskapelle beim zweiten Wiener Gastspielabend.

Wie das Konzerthaus begann auch der Musikverein die Saison mit Christian Thielemann und seiner Sächsischen Staatskapelle Dresden. Nach Bruckners Fünfter im Konzerthaus setzte Thielemann im Musikverein auf Beethoven – und eröffnete damit zugleich einen vierteiligen Zyklus, bei dem er auch die Wiener Philharmoniker dirigieren wird.

Für den Auftakt hatte er sich mit Beethovens Siebter und Achter zwei Symphonien ausgesucht, die nicht zuletzt wegen ihrer unterschiedlichen Popularität gern gegeneinander ausgespielt werden. Für Thielemann sind beide gleichrangig. Dass sie sich im Konzept unterscheiden, ist für ihn kein Grund, der Achten ein kammermusikalisches Korsett zu verpassen, sie gar als verklärte Retrospektive an die Symphonik Haydns zu begreifen. Auch von der Atmosphäre des dritten Satzes ließ er sich nicht zu altväterischer Betulichkeit hinreißen, machte vielmehr deutlich, dass hinter der Satzbezeichnung Tempi di Menuetto ein höchst unkonventionell konzipierter Tanzabschnitt steckt. Harmlosigkeit hat hier nichts verloren.