Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Morgenglosse

Weiter schlafen, Wien!

Türkis, Grün, Blau vergeigen soeben einen Elfmeter. Die Wiener Stadtregierung muss vieles fürchten. Das Wetter beim Maiaufmarsch beispielsweise. Die Opposition gehört aber sehr, sehr sicher nicht dazu.

Zuletzt war viel über die Hilflosigkeit der Wiener SPÖ zu lesen. Beim Umgang mit Liquiditätsproblemen der Wien Energie haben Bürgermeister Michael Ludwig und Stadtrat Peter Hanke nicht gerade geglänzt. Und die Opposition?

Die wirkt, wie sich jetzt (überraschend?) zeigt, ähnlich hilflos. ÖVP, Grüne und FPÖ sind drauf und dran so etwas wie einen Elfmeter zu vergeigen. Während, um im Bild zu bleiben, Michael Ludwig und Peter Hanke noch diskutieren, wer von beiden im Tor steht, stolpert die Opposition über den Ball und ist unfähig, aus der Situation ein Tor zu machen.

Türkis gegen Schwarz

Zunächst zur derzeit größten Oppositionsfraktion, der ÖVP. Ex-Generalsekretärin Laura Sachslehner ist Kind der Wiener Türkisen und bleibt nach dem Rücktritt im Gemeinderat. Obwohl sie mit der Linie der Bundes-ÖVP nicht mehr mitkann, wie sie sagt. Worin unterscheidet sich diese Linie dann von Karl Mahrers Stadtpartei? Klar, dass diese Ungereimtheit für Fragen sorgt. Dann noch das: Nur zwei der vier ÖVP-Mitglieder haben im Finanzausschuss gegen die freihändige und viel zu spät bekannt gegebene Vergabe von 1,4 Milliarden Euro an Wien Energie durch den Bürgermeister gestimmt. Die anderen zwei, Funktionäre des schmeichelweichen schwarzen Wirtschaftsbunds, waren sicherheitshalber bei der Abstimmung draußen vor der Tür geblieben. Und das angesichts des laut türkiser Lesart größten Finanzskandals, den Wien je erlebt hat? Was jetzt?

Die Grünen wiederum weigern sich, bei der U-Kommission gemeinsame Sache mit der von ihnen verhassten FPÖ zu machen. Die FPÖ ihrerseits, eben noch in Verhandlungen mit den Türkisen um die Formulierung des Antrags für eine U-Kommission, setzt der ÖVP ein sinnbefreites Ultimatum. Die Opposition schafft und schafft keinen Schulterschluss gegen die erstmals seit längerem angeschlagene/angeschlagen gewesene Wiener SPÖ. Michael Ludwig kann wieder ruhig schlafen.