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Morgenglosse

Der Anfang vom Ende des Skifahrens

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So sah es am Dachstein-Gletscher schon 2021 aus(c) APA (BARBARA GINDL)
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Die x-te Hitzewelle oder die hohen Energiepreise haben noch nicht zum breiten Umdenken beim Klimaschutz angeregt. Vielleicht vermag es die Aussicht auf den allerletzten Schwung?

Am Dachstein-Gletscher ist kein Skifahren mehr möglich. Es fehlt der Schnee. „Zumindest heuer“ wollen – oder besser gesagt, müssen - die Planai-Hochwurzen-Bahnen auf die Saison verzichten. Aber, so realistisch sind die Liftbetreiber selbst, dass es noch eine Saison geben wird, ist höchst unwahrscheinlich.

Die Nachricht kommt eigentlich nicht überraschend. Schon längst ist bekannt, dass die Gletscher schmelzen. Forscher geben den meisten nur noch zehn Jahre. Zehn Jahre! Dabei waren die Gletscher doch jene Orte, die zu Ostern oder Pfingsten noch schneesicher waren, wenn weiter unten bereits die ersten Enziane sprossen.

Apropos urösterreichische Symbole: Vom Skifahren müssen wir uns, wenn es so weitergeht, sowieso eher früher als später verabschieden. Derzeit sieht es nämlich nicht danach aus, dass die Erderhitzung gestoppt oder zumindest verlangsamt wird. Die Chancen stehen sehr hoch, dass sich die Welt schon in den nächsten fünf Jahren erstmals um 1,5 Grad gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter erwärmen wird, warnte die Weltwetterorganisation am Dienstag. Geht es so weiter wie bisher, steuern wir auf 2,8 Grad zu.

Es ist eine weitere Warnung, die untergeht, die überhört wird. Was also braucht es, dass wir verstehen, dass es so nicht weitergehen kann? Dass nicht nur die anderen, sondern jede einzelne Person, ihren Beitrag leisten muss? Die x-te Hitzewelle, die Rekord-Trockenheit, die hohen Energie-Preise sind es offenbar nicht.

Vielleicht ist es der bevorstehende Abschied von dem, was die Österreicher so lieben. Vom Tiefschnee. Von den Schwüngen auf der frisch präparierten Piste. Dem verschneiten Panorama. Dem Glühwein auf der Hütte. Das könnte nicht wenige bewegen, umzudenken. In der Skination.