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Ausstellung

Hagenbund: Ganz Österreich in einem Kunstverein

Humor einer Malerin: Selbstporträt als Hausfrau mit Maler-Gatten, am Zeitenwendepunkt 1938.Österr. Nationalbank
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Bei Hagenbund-Ausstellungen verzettelt man sich leicht: Dem Leopold Museum gelang eine prächtige Schau, deren NS-Ende man drastischer erzählen könnte.

Die Ecke vis à vis vom Gartenbaukino – kein Mensch könnte sagen, was dort steht, so gesichtslos ist das Umspannwerk aus den Sechzigern. Es ersetzte einen der extravagantesten Ausstellungsbauten, die Wien besaß, die Zedlitzhalle, in der man Fisch und Gemüse kaufen konnte. Oder einen gehäuteten Hammel von Oskar Kokoschka. Residierte dort doch von 1902 bis 1912 die Künstlervereinigung Hagenbund.

Das magische Kokoschka-Stillleben, von Zeitgenossen als mit „molkigem Eiter“ gemalt kritisiert, hängt jetzt als Belvedere-Leihgabe in der Hagenbund-Sonderschau des Leopold Museums. Nach 2014 im Belvedere die vierte museale Ausstellung, die sich diesem Verein widmet, der gern als stiefkindlich behandelt bezeichnet wird. Ging aus seiner Gründungsgemeinschaft doch die Secession hervor. Haben doch Schiele und Kokoschka als Gäste (nicht Mitglieder) ausgestellt. Gab man sich im Hagenbund im Vergleich zum konservativen Künstlerhaus und dem elitären Klimt-Kreis doch offen und liberal.