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Interview

Lisz Hirn: "Wir haben die Politiker, die wir verdienen"

„Wo es Macht gibt, liegt ihr Missbrauch nahe“, sagt die Philosophin Lisz Hirn (geboren 1984 in der Obersteiermark). Ihre „Streitschrift“ „Macht Politik böse?“ ist soeben bei Leykam erschienen.Caio Kauffmann
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Die Philosophin lädt in ihrem Buch „Macht Politik böse?“ dazu ein, höhere moralische Ansprüche an Regierende zu stellen. Warum Demokratien ineffizient sein müssen, korrekte Begriffe allein nichts bringen und Kultur nie systemrelevant sein darf.

Die Presse: Sie sagen: Wir sollen uns nicht über Politiker beklagen, sondern unsere Einstellung zur Politik ändern. Warum?

Lisz Hirn: Als Wählende sind wir dafür verantwortlich, was in der Politik überhaupt möglich ist. Wenn eine Gesellschaft davon ausgeht, dass Politiker korrupt sind, unmoralisch handeln und es in manchen Situationen sogar müssen – dann zieht die Politik genau solche Leute an. Frei nach Joseph de Maistre: Wir haben die Politiker, die wir verdienen. Es geht um fehlende Ansprüche an ihre moralischen Fähigkeiten.