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TU Wien liefert Anleitung zur Selbstselektion

Wien liefert Anleitung Selbstselektion
(c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)
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Ab dem Sommersemester müssen Informatik-Studienanfänger ein Motivationsschreiben verfassen und ein Eingangsgespräch absolvieren. Der Dekan hofft, dass dann nur noch die Engagierten das Studium beginnen.

Während das Wissenschaftsministerium im Rahmen seiner sogenannten MINT-Kampagne gezielt u.a. für das Informatik-Studium wirbt, will die Informatik-Fakultät der Technischen Universität (TU) Wien künftig Anleitung zur Selbstselektion von Studieninteressenten geben. Ab dem Sommersemester 2011 müssen alle Anfänger verpflichtend ein Motivationsschreiben verfassen und mit zwei Professoren ein 20-minütiges Gespräch über ihre Erwartungen an und Eignung für das Studium führen.

Die TU-Informatiker sehen ihre Maßnahme als Antwort auf die politische Diskussion um Zugangsbeschränkungen. Der Ausgang der Gespräche, die idealerweise vor der Inskription geführt werden, hat zwar keinen Einfluss darauf, ob jemand Informatik inskribieren kann. Dekan Gerald Steinhardt hofft jedoch, dass dann nur noch die "Engagierten und Motivierten" das Studium beginnen.

Ressoucen "suboptimal" eingesetzt

Man wolle den Studierende die Möglichkeit bieten, ihre Entscheidung für das Studium zu reflektieren, sagte Hannes Werthner, Studiendekan für Informatik und Wirtschaftsinformatik. Viele Studierende würden ihr Studium "mit völlig falschen Erwartungen" beginnen und dann abbrechen. Für die Fakultät bedeute das, dass die "ohnehin zu geringen Ressourcen" suboptimal eingesetzt werden.

Derzeit gibt es 1200 Anfänger pro Studienjahr, international üblich für Fakultäten dieser Größe seien 330. Erfolgreich abgeschlossen wird das Bachelorstudium von nur 500 Studenten. Viele der Dropouts seien aber sogenannte "Jobouts", die von Unternehmen schon während des Studiums abgeworben werden. Folge des Abbruchs seien aber auch für sie schlechtere Einkommens- und Aufstiegschancen.

Studierende für Mentoring

Kritik an dem neuen Modell kommt von der Studierendenvertretung. Diese fürchtet eine "abschreckende Wirkung" gerade auf jene, die wenig Selbstvertrauen oder keine Unterstützung von den Eltern haben. "Es ist sozial selektiv", so Thomas Danecker von der Fachschaft Informatik, laut dem auch ein Teil der Lehrenden das Modell ablehnt. Stattdessen fordern die Studentenvertreter Mentoring-Gespräche während des Studiums.

(APA)