Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Migration

Fast 1000 Menschen warten auf NGO-Schiffen auf Landung

Das Schiff "Dattilo" der italienischen Küstenwache bringt auf diesem Bild vom 2. September Migranten von Lampedusa nach Pozallo.
Das Schiff "Dattilo" der italienischen Küstenwache bringt auf diesem Bild vom 2. September Migranten von Lampedusa nach Pozallo.REUTERS
  • Drucken

Mehrere Schiffe wollen italienische Häfen ansteuern. In der Nacht auf Donnerstag sind 379 Migranten und Flüchtlinge in Kalabrien eingetroffen.

972 Menschen warten seit über zehn Tagen an Bord von drei NGO-Schiffen im zentralen Mittelmeerraum auf die Landung. An Bord des deutschen Rettungsschiffes "Sea-Watch 3" befinden sich derzeit 428 Menschen. Die deutsche "Sea-Eye 4" zählt 129 Flüchtlinge an Bord, die "Humanity 1" weitere 415 Personen.

"Es handelt sich um Männer, Frauen und Kinder, die von unseren Schiffen gerettet wurden, weil die europäischen Behörden nicht eingreifen", beklagten die Hilfsorganisationen, die die Rettungsschiffe betreiben. Weitere 19 Flüchtlinge wurden in internationalen Gewässern im zentralen Mittelmeerraum vom spanischen Rettungsschiff "Open Arms 1" in Sicherheit gebracht. Die Flüchtlinge, darunter zwei Neugeborene, stammen vor allem aus Syrien und dem Sudan, wie die spanische Hilfsorganisation Open Arms mitteilte.

„Diciotti" legte in Crotone an

379 Migranten sind in der Nacht auf Donnerstag im Hafen der süditalienischen Stadt Crotone an Bord des Marineschiffes "Diciotti" eingetroffen. Die Flüchtlinge waren am Mittwochnachmittag vor der Küste Kalabriens gerettet worden. Sie befanden sich auf einem Fischerboot, das etwa 30 Meilen (ca. 48 km) vor der Küste Kalabriens trieb.

An Bord befanden sich zum Großteil Ägypter und Syrien, darunter mehrere Minderjährige, wie die italienische Küstenwache mitteilte. Erst am vergangenen Montag waren in Crotone weitere 320 Flüchtlinge gelandet. In den vergangenen Wochen wurde der Hafen in Kalabrien für die Ausschiffung von Migranten ausgewählt, weil er in der Nähe eines großen Auffanglagers liegt, das seit Anfang 2022 mehr als 12.000 Menschen aufgenommen hat. Derzeit sind etwa 1000 Menschen in dem Flüchtlingszentrum untergebracht.

Am Mittwochabend waren 51 Migranten im sizilianischen Hafen von Pozzallo gelandet. Zu ihnen zählen zwei Minderjährige. Zwei Personen wurden positiv auf das Coronavirus getestet.

Seit Jahresbeginn 65.000 Menschen in Italien eingetroffen

65.578 Menschen sind nach Fahrten über das Mittelmeer seit Anfang 2022 in Italien eingetroffen. Im Vergleichszeitraum 2021 waren es 42.057 und im Jahr 2020 21.042 gewesen, wie das Innenministerium in Rom mitteilte.

Die Migrantenankünfte sind ein heißes Wahlkampfthema in Italien. Das Land wählt am 25. September ein neues Parlament. Ein Bündnis aus Mitte-Rechts-Parteien, darunter die ausländerfeindlichen Parteien Lega und Fratelli d'Italia (FdI/Brüder Italiens), könnten laut Umfrage die Wahl gewinnen.

(APA)