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Neuer Musikdirektor

Extreme Tempi in der Wüste: „Zauberflöte“ in der Volksoper

Puppen prägen die Inszenierung von Henry Mason, die am Mittwoch zum 28. Mal zu sehen war.(c) © Barbara Pálffy / Volksoper Wien
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Omer Meir Wellber zeigte bei seinem ersten Operndirigat in der Volksoper gleich seine Handschrift.

Eine Ouvertüre, die betont langsam startet und dann umso rasanter wird; eine besonders gemächliche „Bildnisarie“; ein sehr flottes „Wie stark ist nicht dein Zauberton“: Omer Meir Wellber, der neue Musikdirektor der Volksoper, jonglierte bei der „Zauberflöte“ auffällig mit den Tempi. Seine Interpretation machte klar, dass er seine Handschrift von seinem Start an hörbar machen will. Man meinte zu spüren, dass er Mozarts Oper jene Ecken und Kanten, die er darin laut einem Interview vermisst, selbst hinzufügen möchte. Mal setzte er überdeutliche Akzente – wodurch etwa „Mann und Weib und Weib und Mann“ sehr abgehakt wirkte –, mal ließ er den Sängern absichtlich lange Atempausen. Und immer wieder legte er Arien tempomäßig so an, dass sie für die Sänger zur Herausforderung wurden: So musste Karl-Michael Ebner als Monostatos seine Verzweiflung besonders rasend wiedergeben. Hut ab, dass er es dennoch so wortdeutlich machte.

Bessere Artikulation hätte man sich von den drei Damen gewünscht, unter denen Julia Koci ihr Rollen- und Sofia Vinnik ihr Hausdebüt gaben. Erstmals an der Volksoper war auch Nofar Yacobi zu hören, die als Königin der Nacht die Messer wetzte, während sie ausdrucksstark ihre Koloraturen sang. Volksnähe brachte Daniel Schmutzhard als Papageno ein, der schon mal auf die „depperte Frag“ schimpfen darf. Eine Luxusstimme mit sonorer Tiefe und profunder Mittellage zeigte Stefan Cerny als Sarastro.