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Pizzicato

Von Klecksen und Knicksen

Kann schon passieren, dass man einmal die Nerven wegschmeißt im neuen Job – zumal, wenn die ganze Welt dabei zuschaut.

King Charles III. steht im Trauer-Marathon von Balmoral bis Windsor Castle unter Dauerbeobachtung. Stundenlang übertragen BBC und CNN – wenn das die US-Gründerväter wüssten! – live die letzte Reise von Elizabeth II. Es würde uns nicht wundern, hätten die TV-Sender Lippenleser unter Vertrag, die jede Silbe des Monarchen aufschnappen – wie im internationalen Fußball.

Beim Brimborium kam Charles schon einmal ein Fluch über die Lippen – ein Mensch wie du und ich. Bei der Unterzeichnung der Proklamation zum König stand ein Federhalter im Weg, und der Diener war nicht eilfertig zur Stelle. Und bei einer Unterschrift kleckste die „bloody“ Füllfeder, was die arme Camilla abkriegte.

Auch die neue Premierministerin plagen Unsicherheiten. Bei der ersten Audienz im Buckingham Palace erweckte Liz Truss den Eindruck, als würde sie sich in Zeitlupe hinhocken statt einen Knicks zu machen. Margaret Thatcher hatte sich dagegen einst so tief verbeugt, dass manche glaubten, sie würde nicht mehr hochkommen – oder gar umfallen. Nicht die Eiserne Lady! Für die frühere Anti-Royalistin Truss ist eindeutig noch Luft nach oben. Karin Kneissl könnte bestimmt Nachhilfe geben. (vier)

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.09.2022)