„Mythos Mozart“ im Steffl

Mozart für die Generation TikTok

Marcus Deak
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Eine Ausstellung im Untergeschoß des Kaufhauses Steffl will den Komponisten an seinem Sterbeort erfahrbar machen. Gut gemeint, aber nicht überzeugend.

„Mozart hätte die Ausstellung gefallen“, ist zumindest Christopher Widauer, künstlerischer Leiter von „Mythos Mozart“, überzeugt. Die „interaktive Erlebniswelt“, die heute im Untergeschoß des Kaufhauses Steffl eröffnet, ist seit 2019 in Planung und will eine neue, eine sinnliche und poetische Annäherung an den Komponisten bieten. Zwei Millionen Euro hat das Projekt in die Wiener Kreativszene investiert, es lebt aber auch von internationaler Beteiligung: etwa einem Beitrag des in Los Angeles lebenden New-Media-Künstlers Refik Anadol.

Kunst im Keller vom Kaufhaus? Klingt nach Kommerzkitsch, ist es aber nicht (nur). Tatsächlich verbrachte Mozart im „Kleinen Kayershaus“ in der Rauhensteingasse sein letztes Lebensjahr. Es war seine schönste Wohnung. Er komponierte hier die „Zauberflöte“, das unvollendete „Requiem“ und starb hier auch. Es hat also seine Berechtigung, dem Komponisten dieses Orts ein Andenken widmen zu wollen. Auch wenn von den früheren Räumlichkeiten nichts erhalten ist. Im Gegenteil: Komplett neu gestaltet wurden die 1500 Quadratmeter des Untergeschoßes, ein Südtiroler Tischler (der auch alle Rolex-Flagship-Stores ausstattet) war für die Holzarbeiten zuständig.


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