Umwelt-Initiative

"Cleanup Day": Eine Frau räumt auf

Elizabeth Toth hat den Cleanup Day in Malaysia kennengelernt.
Elizabeth Toth hat den Cleanup Day in Malaysia kennengelernt.Die Presse/Clemens Fabry
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Am Samstag findet der weltweite Cleanup Day statt. Die Wienerin Elizabeth Toth hat die Veranstaltung nach Österreich gebracht.

Wien, Graz, Salzburg, Linz, St. Pölten: Das sind nur einige Städte, in denen am Samstag Menschen gemeinsam ihre Komfortzone verlassen, um an Flussufern, in Parks oder in Wäldern achtlos weggeworfene Getränkedosen, Zigarettenstummel, Jausensackerln oder Masken aufzusammeln.

Sie sind damit nicht allein: Rund um den Erdball beteiligen sich Menschen in 191 Ländern am jährlich stattfindenden Cleanup Day und räumen das weg, was andere gedankenlos liegen lassen. Dass es auch in Österreich ein Team gibt, welches das große Aufräumen hierzulande organisiert, ist Elizabeth Toth zu verdanken. Die 38-jährige Wienerin hat das Projekt vor fünf Jahren auf einer großen Friedenskonferenz in Malaysia kennengelernt und war so begeistert, dass sie sich bei ihrer Rückkehr sofort der österreichischen Gruppe anschließen wollte. „Ich habe recherchiert, aber dann festgestellt, dass es hier gar keine Gruppe gibt.“

Anfangs noch viel Gegenwind

Weil sie nach einigen Jahren in der Erwachsenenbildung und einer Zeit als Unternehmerin ohnehin Lust auf etwas Neues hatte und sie sich für die Umwelt engagieren wollte, beschloss die Wienerin kurzerhand, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Sie gründete mit Freunden den Verein Green Heroes und organisierte 2018 den ersten Cleanup Day in Wien. „Damals hatten wir noch sehr viel Gegenwind“, erzählt Toth. Schließlich gebe es in Wien ja die MA 48, man solle die Zeit lieber sinnvoller verbringen, wurde dem Team geraten.

Doch sie gaben sich nicht so schnell geschlagen. Schließlich gebe es genug Flächen – beispielsweise im Bereich der Alten Donau oder der Donauinsel – wo viel Müll achtlos in der Natur entsorgt werde. „Es gibt nichts, was wir nicht finden“, erzählt Toth von ihren Erfahrungen als Müllsammlerin. Autoreifen, Wohnzimmermöbel, Waschbecken, Spritzen, Dokumente – allein am vergangenen Wochenende hat ein Team von 58 Personen in zwei Stunden in Wien 370 Kilogramm Müll zusammengeklaubt und dann ordnungsgemäß an einer Müllinsel entsorgt.

Durchbruch mit Plogging

Während es bei der ersten Veranstaltung noch eher mäßig lief, erwies sich 2019 die aus Schweden kommende Idee des Plogging – die Verbindung einer Laufrunde mit dem Müllsammeln – als Turbo. „Plötzlich wollten alle mitmachen“, erinnert sich Toth an die erste Erfolgswelle. Doch dann kam Corona, die Aufräumtage fanden zwar statt, aber in wesentlich kleinerer Form. Beim Cleanup Day im vergan immerhin rund elf Tonnen Abfälle zusammen. Heuer soll es wieder ein Müllsammeln im großen Stil werden, es machen Gruppen in vielen österreichischen Städten mit, so viele wie noch nie.

Mit Green Heroes organisiert Toth aber nicht nur den großen Aufräumtag. Sie bietet auch Umweltworkshops für Jugendliche, geht in Schulen oder veranstaltet Müllsammelaktionen mit Unternehmen, die das im Rahmen von Teambildungsaktionen aufgreifen. „Ich arbeite wahnsinnig gern mit Jugendlichen“, erzählt Toth. Das sei eine sehr engagierte Zielgruppe, auch wenn sie nicht immer einfach mit Umweltthemen zu erreichen wäre. Sie selbst hat einen mittlerweile 17-jährigen Sohn, der bei Green Heroes mit seinen Freunden immer wieder mithilft.

Wer bei den Green Heroes am Samstag mitmacht, bekommt als Dankeschön übrigens eine Jause – vegan und plastikfrei. Schließlich wolle man ja mit gutem Beispiel vorangehen, sagt Toth. Vieles von dem, was im Müll lande, sei eigentlich werthaltig. „Wir sprechen deshalb gar nicht mehr von Müll, sondern von Ressourcen“, sagt die 38-Jährige. Eine Aludose, die nicht am Straßenrand vergammelt, sondern ordentlich entsorgt werde, sei schließlich ein Rohstoff.

Auf einen Blick

Der World Cleanup Day findet am 17. September auch in zahlreichen Städten in Österreich statt. In Wien wird beispielsweise ab 12 Uhr an der Neuen Donau (Treffpunkt: U6 Neue Donau), in Salzburg ab 10 Uhr an der Müllner Schanze gesammelt.

Web: www.worldcleanupday.at

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