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Mehr Bewegung für Österreichs Kinder

THEMENBILD: SCHUL-TURNSTUNDE
APA/ERWIN SCHERIAU
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Mit Ferienende startete das Programm für mehr Bewegung im Schul- und Kindergartenalltag. Die „Tägliche Bewegungseinheit“ wurden nach Jahrzehnten politischen Hickhacks Realität.

Jahrzehnte lang wurde diskutiert, jetzt tat sich etwas. Mit Ferienende in allen Bundesländern hat die „Tägliche Bewegungseinheit" nun in sämtlichen 10 Pilotregionen Fahrt aufgenommen und die Umsetzung des von zahlreichen Experten gemeinsam mit dem Sport- und Bildungsministerium sowie Sport Austria ausgearbeiteten 3-Säulen-Modells in rund 1100 Schulklassen und Kindergartengruppen begonnen.

Das Besondere: Mehr Sport und Bewegung werden in und abseits des Unterrichts in den Schul- und Kindergarten-Alltag eingebaut. Dabei werden alle den Bildungseinrichtungen zur Verfügung stehende Ressourcen verwendet.

Bewegung findet dabei nicht nur im Turnsaal, sondern auch im Unterricht und in den Pausen statt. Außerdem stellt der organisierte Sport mit seinen Dachverbänden Askö, Asvö und Unionsein Know-how in Form von zahlreichen, speziell ausgebildeten, „Bewegungscoaches" zur Verfügung. Nach einer zweijährigen Testphase wird das Projekt, für das vom Sportministerium 6,24 Millionen Euro bereitgestellt wurden, evaluiert und für eine Ausrollung auf das gesamte Bundesgebiet optimiert.

Insgesamt sollen in den Pilotregionen Kinder und Jugendliche im Alter von zwei bis 14 Jahren in rund 260 Bildungseinrichtungen erreicht und rund 70.000 Bewegungseinheit ermöglich werden.

„Die Sport-Dachverbände fordern schon seit vielen Jahren die Einführung der täglichen Turnstunde. Umso erfreulicher ist es daher, dass diese durch einen Schulterschluss von Bildungs- und Sportministerium sowie den Ländern nun endlich Realität wird. Als organisierter Sport zeichnen wir uns für die Umsetzung von Säule 2 verantwortlich. Unsere Landesverbände waren in den letzten Monaten intensiv mit der Rekrutierung von zusätzlichen qualifizierten Bewegungscoaches beschäftigt. Mittels spezieller Fortbildungen werden die Bewegungscoaches noch vor Beginn des Schuljahres in schulrechtlichen und pädagogischen Inhalten geschult. Die Zielstellung ist es, ein Berufsbild Sporttrainer zu entwickeln, um in Bildungseinrichtungen ergänzende hochqualifizierte Bewegungsangebote umzusetzen und Sportvereine weiter in ihrer Professionalisierung zu unterstützen", sagt Peter McDonald, aktueller Vorsitzender der Fit Sport Austria GmbH.

Für die Umsetzung der Pilotphase wurden in allen Pilotregionen Teams bestehend aus Vertretern von Land, Bildungsdirektion, Kindergartenamt und Sport-Dachverbänden zusammengestellt. Die Umsetzungsteams sind dafür verantwortlich, Bildungseinrichtungen zur Teilnahme zu motivieren, Bewegungscoaches in ausreichender Zahl zu engagieren, die Dienstpläne der Bewegungscoaches mit den Stundenplänen der Schulen abzustimmen und Bildungseinrichtungen bei der Umsetzung des 3-Säulen-Modells zu unterstützen.

Für die zentrale Projektorganisation wurde eine Koordinationsstelle in der Fit Sport Austria angesiedelt. „Wir sind gerade intensiv damit beschäftigt, eine innovative Webapp zu implementieren, mit der die Bewegungsinterventionen an den Bildungsstandorten sichtbar gemacht werden können. Darüber hinaus sind wir dabei, das Evaluationskonzept zu finalisieren und einen Partner für die wissenschaftliche Begleitung auszuwählen. Wir wollen die Bildungseinrichtungen bestmöglich bei der Umsetzung von Säule 1 und 3 unterstützen. Dafür werden unter anderem österreichweit Workshops für die teilnehmenden Pädagog:innen organisiert. Der Schulverein Simply Strong präsentiert im Zuge von Fortbildungen seine drei Bewegungsprogramme, die darauf ausgerichtet sind, in kurzer Zeit effektive Bewegungsübungen in den Kindergarten- und Schulalltag zu integrieren", berichtet Thomas Mlinek, Leiter der Koordinationsstelle Tägliche Bewegungseinheit.