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Gäste der Gloriette Residences können Hoteldienste in Anspruch nehmen.
Kurzzeit-Apartments

Vorübergehend in Penthouses und Palais residieren

Die Auswahl ist groß, die Unsicherheit bei manchen auch.

Die Vermieter von Kurzzeit-Wohnungen haben es in letzter Zeit nicht leicht. Erst blieben durch die Pandemie die Mieter aus, was vor allem jene besonders traf, die ihre Mietobjekte finanziert hatten und ihre Kredite dann nur mehr schwer oder gar nicht bedienen konnten. Was 2020 nicht gerade wenige waren, denn die Beliebtheit von Airbnb und Co. war zu diesem Zeitpunkt hoch, und viele hatten sich frisch entschlossen, an diesem vermeintlich großen Kuchen mitzunaschen. Mittlerweile kehren die Gäste zurück – sowohl Geschäftsreisende als auch Touristen –, aber es gibt auch viele Menschen, die im Frühjahr vor dem Krieg in der Ukraine geflohen sind und vorübergehend ein Zuhause in Wien suchen. Was übrigens auch auf dem langfristigen Markt der möblierten Luxuswohnungen zu einer gröberen Knappheit an Objekten geführt hat.

Dämpfer im Sommer

Im heurigen Sommer gab es dann weitere Dämpfer für die – mehr oder weniger privaten – Vermieter von Wohnungen für Urlauber, Geschäftsleute, aber auch Frischgetrennte oder Opfer von Wasserrohrbrüchen und anderen Gebrechen. So verstärkte unter anderem das Wiener Marktamt nach Anrainerbeschwerden über ständige Junggesellenabschiede oder andere Feiern die Kontrollen.

Mit unschönen Ergebnissen, wie der ORF berichtete: Von 160 überprüften Wohnungen stellte sich die Vermietung in mehr als jedem zweiten Fall als gesetzwidrig heraus, und es wurden 86 Anzeigen gestellt, die vor allem gewerberechtlicher Natur waren. Denn wenn etwa mehr als zehn Betten vermietet oder Gäste von externen Mitarbeitern betreut werden, braucht es dafür einen Gewerbeschein.

Ein Ergebnis, das mit dazu führen könnte, dass sich zwar im Netz nach wie vor die schönsten Wohnungen in Wien finden lassen, die zu Tages-, Wochen- und Monatspreisen vermietet werden. Kontaktiert man aber die Vermieter, um über das eine oder andere Schmuckstück zu berichten, stößt man auf ganz neue Zurückhaltung. Je nach Gesprächspartner bekommt man zu hören, dass man derzeit an Öffentlichkeit grundsätzlich nicht interessiert sei oder aber gern für ein Interview zur Verfügung stünde, wenn es darum ginge, wie einem die Stadt permanent Knüppel zwischen die Beine werfe. Bei den ganz Großen wie Airbnb werden Presse-Anfragen inzwischen nicht einmal mehr ignoriert, nachdem es in den vergangenen Jahren schon immer mühsamer geworden war, von der Plattform Informationen oder Bildmaterial zu bekommen.

Vierzimmerwohnung von Riess Apartments in der Schlickgasse.
Vierzimmerwohnung von Riess Apartments in der Schlickgasse.(c) Riess Apartments


Allerdings haben die „Erfinder“ des Konzepts heuer im Sommer noch einmal verschärft auf die Probleme mit Anrainern reagiert, die naturgemäß kein österreichisches Phänomen sind. So wurde das 2020 zunächst als vorübergehende Maßnahme eingeführte Partyverbot in den über die Plattform angebotenen Wohnungen Ende Juni als weltweites Partyverbot in von Airbnb vermittelten Unterkünften als offizielle Richtlinie festgelegt. Die Strafen bei einem Verstoß reichen von der Sperre des Kontos bis zum vollständigen Ausschluss von der Plattform. Im Vorjahr wurden unter dem noch vorübergehend geltenden Verbot weltweit mehr als 6600 Gäste gesperrt, die Beschwerden gingen im selben Zeitraum um 44 Prozent zurück.

Urteil beendet Hoffnungen

Auch die Hoffnung, dass gewerbliche Vermietungen in jenen Gebieten in Wien, die als Wohnzonen ausgewiesen sind, doch erlaubt sind, wurde vor einigen Wochen zerstört. Gestützt hatte sich diese auf eine Formulierung in der Wiener Bauordnung, nach der die gewerbliche Nutzung von Wohnungen zu kurzfristigen Beherbergungszwecken in Wohnzonen verboten ist.

Bei der Interpretation des Begriffs „gewerblich“ stellte sich manchem Vermieter die Frage, ob dieser auch schon dann zutrifft, wenn der Vermieter wirklich nur die Räume bereitstellt, aber keinerlei Dienstleistungen erbringt, wie sie in Beherbergungsbetrieben üblich sind. Eine Frage, die der Verwaltungsgerichtshof jetzt entschieden hat: Auch ohne Bettwäsche und Frühstück dürfen in Wiener Wohnzonen gewidmete Wohnräume nicht zu Kurzzeitunterkünften umfunktioniert werden.

Die neuen Wohnungen von Vienna Residence im Marina Tower.
Die neuen Wohnungen von Vienna Residence im Marina Tower.(c) Vienna Residence

Luxuriöse Alternativen

Was aber keineswegs heißt, dass alle Kurzzeitvermietungen in Wien halb- oder gar illegal sind. Es gibt genügend Unterkünfte, die ohne rechtliche Kalamitäten gemietet werden können. Weil sie etwa in entsprechend gewidmeten Zonen liegen und/oder Lärm keine Nachbarn in ihrer Ruhe beeinträchtigt – weil das ganze Haus oder Teile davon komplett vermietet werden. Oder die Vermietungen die umstrittenen 30 Tage deutlich übersteigen beziehungsweise die Wohnung ohnehin einem Hotelbetrieb angeschlossen und damit gewerblich ist.

In letztere Kategorie fallen beispielsweise die Gloriette Residences, deren Gästen die Hoteldienste des Radisson-Blue-Hotels zur Verfügung stehen. Hier kann beispielsweise ein 170 Quadratmeter großes Penthouse mit drei Schlafzimmern inklusive Bädern gemietet werden. Dieses weist neben einer Designer-Einrichtung samt offenem Kamin und großem Marmor-Esstisch vor allem einen großen Ausblick auf: Dieser geht nämlich ungestört auf die Gloriette. Vermietet wird das Penthouse wahlweise tages-, wochen- und monatsweise, die günstigste Version ist die Miete für mehr als vier Monate: Dann beträgt der Preis gut 7000 Euro pro Monat. Infos unter www.grandquarters.com.

Mit Ausblicken und Design

Ebenfalls mit großen Ausblicken warten die neuen Wohnungen von Vienna Residence im Marina Tower auf: Insgesamt fünf neue Apartments wurden hier um 1,2 Millionen Euro edel eingerichtet und werden nun in Zwei-, Drei- und Vierzimmerversionen angeboten. Im Preis inkludiert sind ein Concierge-Service und das im Turm befindliche Premium-Fitnessstudio inklusive Wellness, Sauna und Swimmingpool. Die Preise beginnen bei 810 Euro pro Woche für die kleinste Einheit und gehen bis zu 7390 Euro pro Monat für die größte. Infos zu diesen und anderen Wohnungen unter www.viennaresidence.com.

Wenn der Aufenthalt nicht gar so kurz sein soll, finden sich auch bei den Riess Apartments in Wien Unterkünfte mit anspruchsvoller Ausstattung. Beispielsweise in einer Vierzimmerwohnung in der Schlickgasse im Neunten. Der große Wohn-Essbereich sowie die drei Schlafzimmer und zwei Bäder sind in einer guten Kombination aus Antiquitäten, Sammlerstücken und modernen Elementen eingerichtet. Insgesamt hat die Einheit 180 Quadratmeter und wird für Zeiträume ab einem Monat um 3560 Euro vermietet. Infos unter www.apartment.co.at.

(SMA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.09.2022)