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Rücktritt

Roger Federer: Tennis vom alten Schlag

Schwierig zu erlernen, doch an Variantenreichtum und Ästhetik kaum zu überbieten: die „Einhändige“ von Roger Federer.
Schwierig zu erlernen, doch an Variantenreichtum und Ästhetik kaum zu überbieten: die „Einhändige“ von Roger Federer.(c) Getty Images (Cameron Spencer)
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Roger Federer stemmte sich erfolgreich gegen die Tennisevolution, doch mit seinem Abgang drohen prägende Facetten dieser Sportart zu verschwinden. Und, wer kann ihn beerben?

Wann es wohl stattfand, das bisher letzte Grand-Slam-Endspiel, in dem beide Finalisten eine einhändige Rückhand spielten? Die Antwort: Es war 2007 bei den Australian Open, Roger Federer gewann gegen Fernando Gonzalez, ein Duell also zwischen zwei Spielern, die ihre Karrieren inzwischen beendet haben. Federer, 41, wird seinen lang nach hinten verschobenen Abschied kommende Woche beim Laver Cup geben.
Die „Einhändige“ wurde oftmals totgesagt, doch mit Federers Rücktritt ist der Befund aktueller denn je. Sie ist aber nur eine von vielen Spielarten dieses Sports, die ohne den Schweizer von den Centre Courts verschwinden könnte.

Anders als bei heutigen Junioren stand die einhändige Rückhand für den jungen Federer nie zur Debatte. Alle seine Vorbilder – Becker, Edberg, Sampras – setzten sie erfolgreich ein, bei Schmetterbällen oder Halbvolleys mitunter spektakulär. Seine frühen Trainer Adolf Kacovský und Peter Carter propagierten das dazu passende Angriffstennis. In Federers erster Glanzzeit Mitte der 2000er war das Verhältnis zwischen ein- und beidhändiger Rückhand in der Weltspitze auch noch ausgeglichen. Die neue Generation um Alcaraz, Ruud und Sinner, die mit den US Open 2022 gerade den Tennisthron übernahm, spielt ausschließlich beidhändig. In den Top 20 der Welt findet sich mit Stefanos Tsitsipas (ATP 6) nur ein Spieler mit einhändiger Rückhand. Einziger vielversprechender Jungprofi mit diesem Schlag ist der 20-jährige Lorenzo Musetti (ATP 30).