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Hintergrund

Nachwirkung eines Schach-Skandals

Plötzlich bekannt und umstritten: Hans Niemann. Ist nach seiner Sensation das Ansehen des Schachsports in Gefahr?
Plötzlich bekannt und umstritten: Hans Niemann. Ist nach seiner Sensation das Ansehen des Schachsports in Gefahr?(c) Lennart Ootes/SLCC
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Hat Hans Niemann beim Sieg über Magnus Carlsen betrogen oder nicht? Beweise fehlen nach wie vor, die Diskussion darüber wird zur Prüfung für Weltverband und Weltmeister.

Wien. So viele Schlagzeilen hatte Schach nicht mehr, seit 2020 die Netflix-Serie „Damengambit“ um Protagonistin Beth Harmon einen regelrechten Run auf die Online-Spieleplattformen losgetreten hat. Seit über einer Woche wird über die Niederlage von Weltmeister Magnus Carlsen, die erste seit 53 klassischen Partien und die erste mit Weiß seit über zwei Jahren, gegen den bis dahin nur Insidern bekannten US-Amerikaner Hans Niemann beim prestigeträchtigen Sinquefield Cup in St. Louis diskutiert. Weit über die Grenzen der Schach-Welt hinaus, durchaus hitzig. Denn die im Raum stehende Anschuldigung wiegt schwer: Niemann, 19 Jahre jung, Elo-Marke erst dank dieser Sensation über 2700, soll betrogen haben.

Wobei diesen Vorwurf offiziell eigentlich niemand erhoben hat. Carlsen „erklärte“ seinen noch nie dagewesenen Rückzug aus dem Turnier in den sozialen Medien mit einem Video von Fußball-Starcoach José Mourinho, der einstmals sagte: „Ich bevorzuge es, nichts zu sagen. Wenn ich etwas sage, bekomme ich große Probleme.“ Der Norweger gab seither keine weitere Erklärung ab, bei den US-Turnierveranstaltern ging damals keine Beschwerde ein, die Sicherheitsmaßnahmen (unter anderem eine Übertragung mit 15-minütiger Verzögerung) wurden dennoch verschärft. Doch Carlsens kryptische Botschaft ließ viel Raum für Spekulationen, die den Weltverband Fide im Umgang mit dem „größten Schach-Skandal“ nun auf die Probe stellen.