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Sagen Sie Elke Heidenreich ja nicht, sie schreibe Sachbücher!

Die Literaturkritikerin empört sich darüber, dass ihre autobiografischen Erzählungen in der falschen Bestsellerliste gelandet seien. Schlimm?

Elke Heidenreich hat ein Buch geschrieben. Beileibe nicht das erste, denn sie ist eine produktive Autorin. Noch mehr Menschen kennen sie freilich als ikonische Literaturkritikerin. Mit hoch emotionalen Auftritten impft sie dem Fernsehpublikum seit Jahrzehnten die Leidenschaft fürs Lesen ein. Niemand schwärmt so hemmungslos subjektiv und suggestiv wie sie, niemand straft so streng mit Ekel und Verachtung, wenn es um Grass oder Heidegger geht. Diesmal richtet sich ihr Furor aber gegen die Macher der „Spiegel“-Bestsellerliste.

Der Grund: Sie haben „Ihr glücklichen Augen“ unter die Sachbücher gereiht. Eine Frechheit, findet Heidenreich, hatte doch ihr Verlag diese autobiografischen Erzählungen als Literatur positioniert. Sie schreibt Protestbriefe, lässt Einsprüche aufsetzen und schweigt fortan das Bücherranking tot. Dabei ist ihr Band gewiss ein Grenzfall: Lebenserinnerungen und Reiseeindrücke, garniert mit privaten Fotos. Uns aber bewegt anderes: Was ist an Sachbüchern so schlimm?