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Interview

Gerhard Drexel: "Schwache Führungskräfte umgeben sich häufig mit Jasagern"

Gerhard Drexel: „Unternehmensführung ist keine Wohltätigkeitsveranstaltung.“
Gerhard Drexel: „Unternehmensführung ist keine Wohltätigkeitsveranstaltung.“Die Presse/Clemens Fabry
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Der langjährige Spar-Chef Gerhard Drexel schrieb ein Buch über „spirituelle Unternehmensführung“. Mit der „Presse am Sonntag“ sprach er über den „Spirit of Spar“, den Reporting-Wahn in Großkonzernen und über Jasager im Management.

Ist es wirklich das Erste, woran man nach zwei Jahrzehnten an der Spitze von Spar denkt: ein Buch zu schreiben?

Gerhard Drexel: Daran habe ich schon vor einigen Jahren gedacht. Bisher hab ich ja erst ein Buch geschrieben, das war meine Dissertation, und das ist schon viele Jahre her. Aber diese ist in einem berühmten Verlag erschienen. Der Titel lautete: „Strategische Unternehmensführung im Handel“.

Und die Idee zu dem Buch kam wann?

Ich wollte wieder ein Buch schreiben, aber ich hätte als Spar-Vorstandschef nicht eine Sekunde dafür Zeit gehabt. Bevor ich Anfang 2021 in den Aufsichtsrat gewechselt bin, hat mir meine Frau ein symbolisches Weihnachtsgeschenk gemacht. Nämlich drei Einkehrtage bei unserem geschätzten Geschäftspartner und mittlerweile auch Freund Pater Johannes Pausch, Gründer und langjähriger Prior im Kloster Gut Aich in St. Gilgen am Wolfgangsee. Bei diesen Einkehrtagen habe ich zu Pater Pausch gesagt: „Eigentlich würde ich gern ein Buch schreiben.“ Tags darauf hat er gesagt: „Herr Drexel, ich hab auch schon den Titel für Ihr Buch: „Der spirituelle Marktführer“. Er sagte: „Spar Österreich ist durch spirituelles Verhalten Marktführer geworden.“

Spar hat 2020 den Rewe-Konzern in Österreich überflügelt. Spiritualität allein wird das wohl nicht bewerkstelligt haben, oder?