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"E.T.": Eine Jesus-Geschichte wird 40 Jahre alt

Drew Barrymore küsst E. T.
Drew Barrymore küsst E. T.(c) imago images/Everett Collection (via www.imago-images.de)
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Der Film prägte: "E.T. nach Haus' telefonieren“ wurde zum geflügelten Wort, das BMX populärer und ein leuchtender Wurstfinger Teil der eindrücklichsten Momenten der Filmgeschichte.

Vieles kann man in Steven Spielberg Sci-Fi-Märchen "E.T. - Der Außerirdische“ sehen. Etwa eine Neuübersetzung der Jesus-Geschichte, die – ein US-Professor zählte nach – immerhin durch 33 Referenzen vertreten ist. Das erste Versteck des Alien, das mit seinem funkelnden Finger Wunden heilen kann, ist ein leuchtender Gartenschuppen, der an eine Krippe denken lässt. Und nach seiner Auferstehung (der Tod wird überwunden) glüht ein wärmendes Herz unter seiner Brust. Das Finale von „E.T.“ kommt aber ohne brutale Kreuzigung aus, zum Abschied malt das körperlich schwache, aber geistig omnipotente Wesen dem schwermütigen Kleinstadt-Buben noch einen Silberstreif an die Himmelskuppel, bevor es auf Nimmerwiedersehen verschwindet.

Hätte man vorhersehen können, dass ein optisch jedenfalls gewöhnungsbedürftiges Wesen mit Echsenhaut und glühendem Wurstfingerso viele Herzen rührt, wenn es einem kleinen Buben in Kalifornien goodbye und "Ich bin immer bei dir" sagt? Vor 40 Jahren kam der Familienfilm auf den Markt. Und Spielberg selbst rechnete dabei nicht mit einem großen Kassenerfolg.

Wer würde nicht gern fliegen?
Wer würde nicht gern fliegen?(c) imago images/Everett Collection (Universal/Courtesy Everett Collection via www.imago-images.de)

Die Szene, in der ein Bub mit zugedecktem Alien im Körbchen auf einem Cross-Rad als Silhouette am Vollmond vorbeifliegt, gehört - von John Williams' pathetischen Streichern untermalt - zu den eindrücklichsten Momenten der Filmgeschichte. "E.T." traf als Film den Zeitgeist und inspiriert bis heute Bewegtbildmacher, man denke an Ausstattung und Detailverliebtheit der aktuell weltweit beliebten Netflix-Serie "Stranger Things".

Anfang der 1980er half der Film, den Trendsport BMX-Radfahren populärer zu machen - so wie Mitte des Jahrzehnts dann Marty McFly (Michael J. Fox) aus Robert Zemeckis' "Zurück in die Zukunft" das Skateboardfahren zum Massenphänomen werden ließ. Und vielleicht half „E.T“ auch, das Feiern von Halloween (das im Film eine wichtige Rolle spielt, weil E.T. deshalb ganz praktisch aus dem Haus geschmuggelt werden kann) zu bewerben.

E.T. war übrigens eine Puppe, die vom Italiener Carlo Rambaldi entwickelt wurde. Während der Dreharbeiten wurde die Figur abwechselnd von drei kleinwüchsigen Schauspielern dargestellt.

"E.T. nach Haus' telefonieren"

Spätestens mit E.T. nahm, im Gefolge von "Star Wars" und "Der weiße Hai", die Ära des Blockbusterkinos ihren Lauf. Steven Spielberg inszenierte eine formvollendete Fantasygeschichte vom guten Außerirdischen. Und „E.T. nach Hause telefonieren“ hält sich als Filmzitat seit Jahrzehnten im Sprachgebrauch. Es gibt den Satz übrigens in Varianten: "E.T. zu Haus' telefonieren", "E.T. nach Haus' telefonieren", "Telefonieren - nach Haus', nach Haus'“. Das Sprechen bringt E.T. übrigens Elliotts kleine Schwester Gertie bei. Drew Barrymore verkörperte das Mädchen. Sie war damals sieben Jahre alt.

Für den Sountrack war übrigens Michael Jackson mitverantwortlich, unter anderem mit dem Lied "Someone In The Dark". Für die Soundtrack-Compilation bekam er 1984 einen Grammy.

Der Spielfilm "E.T. - The Extraterrestrial" kam am 11. Juni 1982 in die Kinos der USA. Österreichischer Kinostart war erst sechs Monate später. Mehr als 140 Millionen Menschen sollen den Film weltweit im Kino gesehen haben. In der Liste der inflationsbereinigt kommerziell erfolgreichsten Filme, also unter Berücksichtigung der steigenden Ticketpreise, liegt "E.T." laut Box Office Mojo bis heute auf Platz 4. Er reiht sich hinter dem Melodramklassiker "Vom Winde verweht" von 1939, dem Sci-Fi-Märchen "Krieg der Sterne" von 1977 (Titel inzwischen auch "Star Wars: Episode IV - Eine neue Hoffnung") und der Musicalverfilmung "The Sound Of Music" von 1965 ein (deutscher Titel: "Meine Lieder – meine Träume").

 

(red./dpa)