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Literatur

Kinderbuch-Tipp: So tapfer macht Geschwisterliebe

(c) dtv
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In leichtem Ton von Menschen mit großen Problemen erzählen? Das gelingt J. M. M. Nuanez in ihrem Debüt ganz wunderbar.

Wolfstage sind Tage, an denen wilde, spektakuläre Dinge passieren können. Tage, an denen man sich nicht nur auf Unerwartetes einlässt, sondern danach Ausschau hält. So jedenfalls machten es Jack und ihr kleiner Bruder Birdie jahrelang, wenn die Mutter einen Wolfstag ausrief. Was zu Beginn der Geschichte noch magisch klingt, am Ende aber traurig. Denn diese Tage lassen sich als manische Zeit lesen, nach der die Mutter in ein Loch stürzte. Und schließlich einen tödlichen Autounfall hatte.

Doch das ist lange nur eine leise Ahnung, schließlich geht es in "Birdie und Ich" auch nicht um das Leben der Kinder mit ihrer Mutter, sondern um die Zeit danach, als sie von einem Onkel zum anderen umziehen müssen. Das wollen sie nicht, denn auch wenn der verlotterte Carl sie weder ordentlich verpflegen noch unterbringen kann, lieben sie ihn doch. Und Patrick hat zwar ein (seelenloses) Haus und spricht mit Lehrern, ist aber abweisend und still, eine "Auster in Hosen". Er will auch nicht akzeptieren, dass der neunjährige Birdie gern Zebramuster, Lila und Lipgloss mag.

Es ist ein besonders gelungenes und großartig komponiertes Debüt, das die US-amerikanische Autorin J. M. M. Nuanez hier vorlegt: Sie erzählt in leichtem Ton von einer ganzen Reihe von Problemen, denen ihre fein gezeichneten Charaktere sich stellen müssen. Hält bei allen familiären Verwicklungen stets den Spannungsbogen. Und zeigt, wie tapfer Geschwisterliebe macht.

J. M. M. Nuanez: Birdie und ich. Aus dem Englischen von Birgitt Kollmann. Alter: Ab 11 Jahren, 283 Seiten., € 15,50 (dtv)

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