Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Premium
Serie: Gefühlssache

Welche Art der Therapie ist die richtige für mich?

Für Interessierte ist die Auswahl an verschiedenen Therapieformen oft unübersichtlich. Ein Überblick soll bei der Entscheidungsfindung helfen.

Viele Menschen kostet es Überwindung, sich auf eine Therapie einzulassen. Was die Entscheidung dann noch weiter erschwert, ist das unübersichtliche Angebot an Therapieformen. Will man eine systemische Familientherapie oder doch lieber eine Psychoanalytikerin aufsuchen? Und empfiehlt sich der Besuch beim Therapeuten, bei der Psychiaterin oder reicht auch die Betreuung von einem Coach?

„Seitens der Berufsgruppe sind wir uns bewusst, dass es im gewissen Sinne eine Zumutung für Patientinnen und Patienten ist, aus so einer Vielfalt von Methoden das richtige für sie zu wählen“, gibt auch Heinz Laubreuter, Vorstand der Wiener Gesellschaft für psychotherapeutische Versorgung, zu. Gleichzeitig beruhigt Laubreuter: „Man kann aber auch nicht wirklich etwas falsch machen. Die jahrzehntelange Forschung legt nahe, dass es nicht die eine Methode für ein bestimmtes Krankheitsbild gibt“. Gleichzeitig haben sich die Trennlinien zwischen verschiedenen Bereichen der Psychotherapie über die Jahre verwischt, Erkenntnisse aus den verschiedenen Strömungen wurden in andere übernommen und die Beziehung zum Individuum und seine Zielsetzung innerhalb der Therapie stünden mittlerweile überall im Mittelpunkt.

Eine Einordnung der Berufsgruppen

Trotzdem gibt es ein paar subjektive und objektive Anhaltspunkte, die es einem Menschen, der eine Therapie beginnen will, erleichtern, eine Wahl zu treffen.

Zum Psychiater sollte man gehen, wenn man auch eine medikamentöse Behandlung möchte. Psychiater absolvieren eine medizinische Ausbildung und dürfen somit Medikamente verschreiben. Das ist bei einigen sehr schwerwiegenden Krankheitsbildern wie Schizophrenie oder bipolaren Störungen unbedingt zu empfehlen. Bei Menschen mit leichten depressiven Psychomatiken ist die medikamentöse Behandlung allerdings nicht unbedingt zu empfehlen. Eine größere Studie, angelegt vom britischen National Health Institute, würde nahelegen, dass die Verschreibung von Antidepressiva allein langfristig keine Besserung der Symptomatik verspricht. „Manche Menschen nehmen aber trotzdem lieber Medikamente als wochenlang eine Gesprächstherapie zu absolvieren, das muss man auch respektieren“, sagt Laubreuter.

Psychotherapeutinnen hingegen haben ein psychotherapeutisches Propädeutikum über zwei bis drei Jahre und danach ein Fachspezifikum über durchschnittlich drei bis sechs Jahre absolviert. Psychotherapeutinnen unterstützen und behandeln ihre Klientinnen bei belastenden Lebenssituationen und Lebenskrisen, in der Aufarbeitung von Traumata, bei der Behandlung von depressiven Symptomatiken, Angststörungen, Problemen in der Partnerschaft und in der Familie, somatopsychischen und chronischen Erkrankungen.

Für Coaches wiederum gibt es keine gesetzlich geregelte Ausbildung, Einrichtungen wie das WIFI oder BFI bieten allerdings Lehrgänge dazu an. Coaches sollen bei beruflichen und privaten Problemen Hilfestellungen leisten. Solange der Alltag noch ohne Einschränkungen gemeistert werden kann, kann auch die Beratung durch einen Coach ausreichend sein.

Eine Einordnung der Therapieformen

Entscheidet man sich für die Behandlung durch einen Psychotherapeuten, gibt es hier eine Vielzahl an Spezialisierungen aus denen man wählen kann. Im zweiten Teil ihrer Ausbildung legen sich Psychotherapeuten auf einen Fachbereich fest, der auch meist ihrer jeweiligen Webseite genannt wird. Die am weitesten verbreiteten Formen der Therapie zählen zu vier Strömungen.

Mehr erfahren