Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

ORF

„Totenfrau“ und Volksoper: Verlässlichkeit im ORF-Programm

Totenfrau
Anna Maria Mühe spielt die Hauptrolle in "Die Totenfrau"(c) ORF (Andreas H. Bitesnich)
  • Drucken

Was kommt Neues im ORF-Fernsehen? Programmdirektorin Stefanie Groiss-Horowitz setzt in der kommenden TV-Saison stark auf Eigenproduktionen. In der „Comedy Challenge“ treten Nachwuchstalente gegeneinander an, mit „Tage, die es nicht gab“ kommt eine gelungene neue Serie.

Verlässlich. Dieses Wort fiel oft am Dienstag bei der Präsentation des ORF-TV-Programms für den Herbst und das Jahr 2023. Die Zuseher sollten jeden Tag das bekommen, was sie sich erwarten, erklärte Programmdirektorin Stefanie Groiss-Horowitz: Am Montag österreichische Serien, am Dienstag Krimis, am Mittwoch Reportagen und Dokumentarfilme, am Donnerstag Sport, am Freitag Unterhaltung, am Samstag familienfreundliche Shows und am Sonntag Blockbuster (aus Hollywood). Viel Spielraum für Überraschungen bietet sich bei dieser Verlässlichkeit nicht. Man wolle sich weiterentwickeln, „ohne das treue Publikum zu verstören“, formulierte es ORF 2-Channelmanager Alexander Hofer.

Groiss-Horowitz setzt weiterhin stark auf Eigenproduktionen. Vor- und Hauptabend sowie der späte Abend sollen so gut es gehe aus Eigenproduktionen bestehen. Ein paar kommen hinzu: Ab 28. Oktober treten in der „Comedy Challenge“ acht Nachwuchstalente gegeneinander an. Angelika Niedetzky, Robert Palfrader, Manuel Rubey und Andreas Vitásek sind ihre Mentoren. Dass nur eine Frau dabei ist, habe Groiss-Horowitz zufolge mit Verfügbarkeit zu tun.

In „Mr. Musical präsentiert ...“ stellt Moderator/Mörbisch-Intendant Alfons Haider Genre-Klassiker vor. Ärztin Christine Reiler moderiert vier Hauptabend-Reportagen namens „G'sund in Österreich“. Mit „Jolanthe und der Nussknacker“ zeigt ORF 2 erstmals eine Produktion aus der Volksoper.

Spannender klingt, was sie im fiktionalen Bereich tut: Am 10. Oktober startet die gelungene neue Serie „Tage, die es nicht gab“ u.a. mit Franziska Weisz und Harald Krassnitzer. Anna Maria Mühe ist im November in drei spielfilmlangen Folgen die „Totenfrau“ nach Bernhard Aichners Vorlage. Noch heuer soll die zweiteilige „MA 2412“-Fortsetzung „Weber und Breitfuß“ zu sehen sein. Götz Spielmann drehte seinen ersten Landkrimi, „Der Schutzengel“ (spielt in Niederösterreich), Marvin Kren seine erste Stadtkomödie, „Der weiße Kobold“ (spielt in Wien). Erst nächstes Jahr kehrt Ursula Strauss mit ihrem „Schnell ermittelt“ zurück.
Noch heuer dürften die „Zeit im Bild“-Sendungen einen neuen Anstrich bekommen, gibt es doch ein neues automatisiertes Studio im trimedialen Newsroom. Außerdem laufen Vorbereitungen für ein neues Musikformat. Während die „Dancing Stars“ fix wiederkommen, ist die Zukunft von „Starmania“ noch offen. Innovation soll es auch geben – in den Late-Night-Schienen, wo man mehr Diversität zeigen wolle, wie Groiss-Horowitz ankündigte. Das Kinderprogramm wurde noch nicht vorgestellt, aber die Sprachlernshow „Bakabu“, eine Kooperation mit dem Bildungsministerium, gibt es am Oktober auch animiert.

PP 2023 Presse Preview 20.09.2022
Programmdirektorin Stefanie Groiss-Horowitz und ORF 2-Channelmanager Alexander Hofer präsentierten das Programm für Herbst und das Jahr 2023(c) ORF (Thomas Ramstorfer)

Insgesamt zeigt das vorgestellte Programm sehr viel Willen zur Regionalität, das mag auch mit der Produktion zu tun haben. „Wir wollen fürs Programm sparen, nicht am Programm sparen“, sagte Groiss-Horowitz. Heuer kostet dieses 15 Millionen mehr als im Budget zunächst vorgesehen. Sparen will man im Randprogramm und in der Struktur, man wolle Synergien nutzen. So kommen Landesstudios stärker zum Zug.
Auf große Änderungen im Digitalbereich muss man noch warten – schließlich wird derzeit eine Novelle verhandelt, die dem ORF hier mehr Spielraum geben soll. Nach dem jüngst gestarteten Modul „Sound“, das alle Audio-Angebote des ORF bündelt, startet aber Mitte November „Topos“: Es soll je ein Thema aus Kultur oder Wissenschaft beleuchten. Inhalte sollen länger als sieben Tage verfügbar sein, was dem ORF bei anderen Digitalangeboten gesetzlich verwehrt ist – noch jedenfalls.