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Deutscher Buchpreis

Die Autofiktion siegt – auch auf der Shortlist

Die größten Chancen hat wohl Fatma Aydemirs lebhafter und vielschichtiger Roman „Dschinns“, die Chronik einer Gastarbeiterfamilie.(c) imago/Gerhard Leber (imago stock&people)
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Sechs Romane, drei davon auf dem Leben der Autoren gründend, haben eine Chance auf den Deutschen Buchpreis. Ein Werk aus Österreich ist diesmal nicht dabei.

Ein Roman über die eigene, stark übergewichtige, vom Vater stets als disziplinlos und unzuverlässig diffamierte Mutter. Einer über das Aufwachsen als nicht binäre Person in einer Welt, die immer wissen will: Was bist du eigentlich? Und einer über eine Jugend in der DDR – und den Verlust eines Kindes. Gleich drei autofiktionale Werke haben es diesmal auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises geschafft, der zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse am 17. Oktober vergeben wird.

Und schon an „Lügen über meine Mutter“ von Daniela Dröscher kann man ersehen, dass dieser Trend, je länger er dauert, seine Schattenseiten hat und auch relativ kunstlose Werke in die Buchhandlungen bringt – beziehungsweise auf die Shortlist. Vor allem die Zwischenkapitel, in denen das erwachsene Ich seine Reflexionen zu Familienleben und Rollenklischees darlegt, strotzen vor Kalendersprüchen.Dagegen hat Kim de l'Horizon aus der Schweiz mit „Blutbuch“ ein wildes, dabei erstaunlich versöhnliches, immer wieder auch mit stilistischen Wendungen überraschendes Werk vorgelegt über einen Knaben, der nicht zum Mann wird. Jan Faktors „Trottel“, der mehr als gemischte Kritiken erhielt, überzeugt zumindest durch Humor.