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UN-Vollversammlung

Weckruf an die Weltelite: "Wir können so nicht weitermachen"

UN-DIPLOMACY-GENERAL ASSEMBLY
APA/AFP/YUKI IWAMURA
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UN-Generalsekretär Guterres richtete einen dramatischen Appell an die Staatenlenker der Welt. Fast alles dreht sich heuer in New York um den Ukraine-Krieg. Knapp vor Beginn der Generalversammlung ließen pro-russische Separatisten eine politische Bombe platzen.

Staus, gesperrte Straßen und Anzugträger mit kleinen Flaggen im Revers, die eilig zum Glaspalast am East River hasten: Nach zwei Jahren Pandemie ist die Weltelite wieder leibhaftig in New York bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen. Die Zeit der Videozuschaltungen ist vorbei, nur der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskij hat sich eine Ausnahmeregelung geholt. Fast alle 193 Mitgliedstaaten sind hochrangig vertreten. Die Organisatoren zählten die Anmeldung von ungefähr 140 Staats- und Regierungschefs, dazu noch von zahlreichen Außenministern. Rund um das UN-Hauptquartier sind die Hotels in Manhattan ausgebucht. Eine Woche lang ist New York die Bühne der Welt.
Die Präsidenten Russlands und Chinas sind nicht zugegen. Beide schickten ihre Außenminister, die dem Protokoll gemäß erst am Ende der Woche ans Rednerpult treten werden. Doch russische Separatisten schleuderten wenige Stunde vor Beginn der Vollversammlung eine politische Bombe aus der Ostukraine nach New York. Die Führer der selbsternannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk kündigten an, noch am Freitag ein viertägiges Referendum über ihren Anschluss an Russland abzuhalten. Will Putin Fakten schaffen im Ukraine-Krieg? Wird er militärische Vorstöße der ukrainischen Armee auf besetzte Gebiete im Osten künftig als Angriffe auf Russland werten? Oder haben ihn die Separatistenführer überrumpelt? All diese Fragen wird die UNO in den kommenden Tagen in Bann halten.

„Die Welt ist in Aufruhr“

Am Dienstag um punkt neun Uhr Ortszeit eröffnete der gegenwärtige Präsident der Generalversammlung Csaba Körösi, ein Ungar, mit einem Hammerschlag die Sitzung. In einem leidenschaftlichen Bericht zur Arbeit seiner Organisation setzte UN-Generalsekretär Antonio Guterres den thematischen Rahmen für die Generaldebatte: Fast alles wird sich heuer um den Ukraine-Krieg und dessen globale Folgen drehen.
Die Welt ist in Aufruhr“, sagte Guterres und hinter ihm ließ er auf einer großen Leinwand ein Bild der Hoffnung aufleuchten – ein Foto des ersten UNO-Schiffes, das vor ein paar Wochen nach einer von der Türkei vermittelten Einigung zwischen der Ukraine und Russland Getreide aus dem blockierten Hafen von Odessa gebracht hat. „Wir brauchen Hoffnung und Taten“, erklärte Guterres, um dann in einer Tour d‘Horizon ein düsteres Gemälde vom Zustand der Welt zu malen. Im Moment gebe weltweit es genug Nahrungsmittel, as Problem sei nur die Verteilung. Wenn jedoch die Düngemittel-Knappheit infolge des Ukraine-Krieges nicht rasch beseitigt werde, dann werde es nächstes Jahr auch nicht genug zu essen geben.