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Bildung

Strategiepapier soll Umgang mit Antisemitismus an Schulen verbessern

Verfassungsministerin Karoline Edtstadler nannte die Empfehlungen "einen wesentlichen Schritt zum Kampf gegen Antisemitismus und zur Förderung von jüdischem Leben".
Verfassungsministerin Karoline Edtstadler nannte die Empfehlungen "einen wesentlichen Schritt zum Kampf gegen Antisemitismus und zur Förderung von jüdischem Leben".IMAGO/SEPA.Media
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Der Leitfaden enthält unter anderem Empfehlungen von Menschen, die von antisemitischen Vorfällen betroffen waren. Er richtet sich an Schulleiter, Hochschulen, Bildungsdirektionen und das Bildungsministerium.

Mit einem neuen Strategiepapier sollen Schuldirektionen, Bildungsverwaltung und die für die Lehreraus- und -weiterbildung zuständigen Pädagogischen Hochschulen bzw. Universitäten künftig besser für die Bekämpfung von Antisemitismus gerüstet sein. Auch Empfehlungen zur Unterstützung von Menschen, die von antisemitischen Vorfällen betroffen waren, finden sich in dem Papier mit dem Titel "Prävention von Antisemitismus durch Bildung", das am Mittwoch in Wien präsentiert wurde.

Die Vorschläge von Bildungsministerium und OeAD, der österreichischen Agentur für Bildung und Internationalisierung, bauen auf der 2021 von der österreichischen Bundesregierung verabschiedeten Nationalen Strategie zur Bekämpfung von Antisemitismus auf. Zehn von 38 darin festgeschriebenen Maßnahmen betreffen Bildung, Wissenschaft und Forschung. Diese seien "zentrale Instrumente, um wirkungsvoll gegen Antisemitismus vorzugehen", wird Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) in der Presseunterlage zitiert. Die jüngsten Zahlen der Israelitischen Kultusgemeinde zu antisemitischen Vorfällen seien ein erschreckender Beleg dafür, dass es hier stärkere Bewusstseinsbildung brauche.

Edtstadler: „Wesentlicher Schritt"

"Wir nutzen sowohl die Pädagoginnen- und Pädagogenbildung, die Schulentwicklung als auch berufsethische Standards im Bildungsbereich, um Antisemitismus entschlossen zu bekämpfen", so Polaschek. Die Umsetzung der Strategie wird durch erinnern.at, das Holocaust-Education-Programm des OeAD, unterstützt. Verfassungsministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) nannte die im Rahmen eines europäischen Projektes mit Expertinnen und Experten aus mehreren Ländern entwickelten Empfehlungen "einen wesentlichen Schritt zum Kampf gegen Antisemitismus und zur Förderung von jüdischem Leben".

Mit dem Strategiepapier sollen laut OeAD-Geschäftsführer Jakob Calice für Lehrerinnen und Lehrer die Rahmenbedingungen und die Unterstützung durch die Bildungspolitik und Bildungsverwaltung so verbessert werden, dass diese kompetent und sicher mit Antisemitismus und auch anderen menschenfeindlichen Einstellungen umgehen können.

„Für Antisemitismus darf es keinen Platz geben"

"Antisemitismus muss immer wirksam bekämpft werden, egal ob am Stammtisch, im Fußballstadion, in den sozialen Medien oder eben in der Schule, und unabhängig davon, wie er sich artikuliert", betonte Oskar Deutsch, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG) bei dem Termin. Denn Antisemitismus richte sich nicht nur gegen das Judentum als solches, sondern auch gegen die offene, demokratische Gesellschaft. "Er richtet sich gegen die Grundfeste Österreichs und Europas und somit gegen uns alle."

Polaschek sagte dazu nach der Ministerratssitzung am Mittwoch, es gehe um Prävention von Antisemitismus durch Bildung. "Wir sind uns einig: Für Antisemitismus darf es keinen Platz geben." Dieser sei auf das Schärfste zu bekämpfen und zu verurteilen. "Wir dürfen das, was an Verbrechen passiert ist gegen jüdische Menschen, niemals vergessen und müssen dafür Sorge tragen, dass solche niemals wieder stattfinden", betonte er.

(APA)