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Österreich

Rekord an Ablehnungen: 31.500 Asyl-Verfahren enden negativ

Symbolbild: Asylwerber
Symbolbild: AsylwerberDie Presse, Clemens Fabry
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Von Jänner bis August 2022 sind in Österreich mehr als 56.000 Asylanträge gestellt worden. 7000 Menschen haben das Land verlassen.

In den ersten acht Monaten des heurigen Jahres sind in Österreich mehr als 56.000 Asylanträge gestellt worden. Das ist gemäß aktuellen Zahlen des Innenministeriums eine Steigerung gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr um 195 Prozent. Stärkste Asylwerbergruppe im August waren wie im Juli Inder, nachdem während der vergangenen Jahre Syrer und Afghanen stets ganz oben im Ranking lagen.

Wie das Innenministerium betont, würden immer mehr Anträge von Menschen gestellt, die aus wirtschaftlichen Gründen kämen und damit kein Recht und keine Chance auf Asyl hätten, neben Indern vor allem Pakistani und Nordafrikaner. Zur Veranschaulichung: in den ersten sieben Monaten wurde keinem einzigen Inder Asyl gewährt.

Verdreifachung zum Gesamtjahr 2021

Daher setze man einen Schwerpunkt auf Schnellverfahren für diese Nationalitäten, heißt es aus dem Innenressort. In den ersten acht Monaten 2022 wurden 11.451 solcher Verfahren für Menschen aus aussichtsarmen Herkunftsstaaten negativ abgeschlossen. Das ist eine Verdreifachung sogar im Vergleich zum Gesamtjahr 2021. Die durchschnittliche Dauer solch eines Schnellverfahrens ist 25 Tage, allerdings werden knapp 70 Prozent innerhalb von drei Tagen entschieden.

Insgesamt gibt es laut Ministerium im heurigen Jahr einen Rekordwert an abgelehnten und eingestellten Asylanträgen, nämlich 31.500 und damit mehr als die Hälfte im Vergleich zur Zahl der Asylanträge. 7000 Menschen haben das Land verlassen. 60 Prozent davon freiwillig.

Was die Grundversorgung angeht, sind die Zahlen weniger hoch, was Asylwerber angeht. Zwar nutzen 90.000 Menschen aktuell dieses soziale Netz, allerdings sind 58.000 davon Ukrainer, die in der Regel keine Asylsuchenden sind. NGOs meinen, dass die Divergenz zwischen Anträgen und Grundversorgungsplätzen damit zusammenhängt, dass durch verstärkte Bemühungen um Aufgriffe etliche Asylwerber, die gar nicht Österreich als Zielland haben, hier einen Antrag stellen, dann aber weiterreisen.

(APA)