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Quergeschrieben

Inflation, Gaskrise, Schulden, Migration: „Jetzt sind sie halt da“

Je mehr Krisen sich türmen, um so mehr erkennt man, von Menschen regiert zu werden, die nicht kompetent genug sind. Und das ist ein ziemliches Problem.

Wenn man heute nach politischen Fehlern sucht, die dafür verantwortlich sind, dass wir uns in Europa vor einem Winter mit kalten Wohnungen und stillstehenden Fabriken sorgen müssen, dann sollte man auf YouTube ein Video aus 2018 besichtigen, das nur ein paar Minuten lang ist und bei der UN-Generalversammlung aufgenommen wurde: Es zeigt die deutsche Delegation unter der Führung des damaligen Außenministers, Heiko Maas, die während einer Rede von Donald Trump feixen, Grimassen schneiden und sich über den damaligen US-Präsidenten lustig machen. Und zwar weil der Deutschland in seiner Rede davor gewarnt hatte, sich in seiner Energiepolitik allzu abhängig von Russland zu machen. Blödsinn, bedeutete Maas damals, und legte auf Twitter nach: „Es gibt keine Abhängigkeiten Deutschlands von Russland, schon gar nicht in Energiefragen. Wir werden auch nicht müde werden, die echten Fakten dem entgegenzusetzen.

Das war, wie wir heute wissen, nicht nur dreist, sondern auch Unsinn. Trump hatte – in dieser Angelegenheit – recht, der deutsche Außenminister nicht. Heiko Maas war nicht der einzige Entscheidungsträger, der sich zuletzt in einer zentralen Angelegenheit so vertan hat. Auch die Inflationsexplosion in Europa ist verbunden mit zahllosen Irrungen der Zuständigen. EZB-Chefin Christine Lagarde etwa hat die Inflation zuerst geleugnet, dann für ein vorübergehendes Phänomen erklärt und erst sehr, sehr spät als Realität zur Kenntnis genommen. Und ihr Kollege Pierre Wunsch, belgisches Mitglied im EZB-Rat, meinte dazu: „Wir sind zu der Ansicht gelangt, dass wir viel weniger über Inflation wissen, als wir gedacht haben.“