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Gaskrise

Nach Uniper: Auch Gas-Importeur Sefe soll verstaatlicht werden

Das berichtete der "Spiegel" am Donnerstag. Experten halten eine Verstaatlichung für wahrscheinlich, allerdings dürfte dies noch einige Wochen dauern.

Nach der Verstaatlichung von Uniper soll auch der Gas-Importeur Sefe (Securing Energy for Europe) einem Magazinbericht zufolge in den Besitz des deutschen Staates übergehen. Das berichtete der "Spiegel" am Donnerstag. Die frühere Gazprom Germania ist noch im Besitz des russischen Energiekonzerns Gazprom, steht aber unter Treuhandschaft des Bundes, um die Versorgungssicherheit in Deutschland mit Gas zu gewährleisten.

"Es laufen in der Bundesregierung Gespräche zur Zukunft von Sefe", sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums. Experten halten eine Verstaatlichung für wahrscheinlich, allerdings dürfte dies noch einige Wochen dauern. Die deutsche Bundesnetzagentur, die vorübergehend die Kontrolle bei Sefe ausübt, äußerte sich genauso wie das Ministerium.

Im Umfeld von Sefe hieß es, eine Option sei, dass das Unternehmen einen Kapitalschnitt vorbereite, um dem Staat einen günstigen Einstieg zu ermöglichen. Der Schritt würde Gazprom de facto enteignen - wovor der Staat bisher aus Sorge vor Vergeltungsmaßnahmen zurückgeschreckt ist. In Regierungskreisen hieß es zuletzt, die Treuhandlösung sei auf Dauer schwierig. Anders als bei Uniper plant die Regierung einem Insider zufolge aber keine Verstaatlichung des Gas-Importeurs VNG.

Weil Gaslieferungen aus Russland ausbleiben, sind die Importeure massiv unter Druck geraten. Sie müssen am Spotmarkt teuren Ersatz beschaffen, um ihre Kunden wie vereinbart zu beliefern. Das setzt auch der Leipziger VNG und Sefe zu. VNG hatte kürzlich einen Antrag auf Staatshilfe gestellt. Habeck hatte angekündigt, darüber rasch zu entscheiden.

(APA)