Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Premium
Einspruch

Junge Russen von Europa zu isolieren hilft Putin sehr

Moscow. People during the gala concert devoted to Day of National flag of Russia on Poklonnaya Gora. KomsomolskayaxPravd
Eine jüngere Mittelschicht hat Putin in den letzten Jahren immer nervöser gemacht - die Isolation schwächt diese. Im Bild: Junge Leute in Moskau feiern den Tag der Staatsflagge am 22. August.(c) IMAGO/Russian Look (IMAGO/Komsomolskaya Pravda)
  • Drucken

Schon die Sowjetgeschichte zeigt, wie Europareisen zum Motor der Regimekritik wurden: Man nehme das „russische Leben“ des Physikers Orlow.

Was, zum Teufel, war mein Land für ein Land?“ Diese Frage stellt sich in der Autobiografie „Ein russisches Leben“ des Atomphysikers und Dissidenten Jurij Orlow sein 21-jähriges Ich, gerade aus dem Zweiten Weltkrieg gekommen. In den Nachkriegsmonaten ist er als russischer Offizier in der Tschechoslowakei, dann in Ungarn stationiert. „Es war bitter zu sehen, wie sehr sich dieser florierende Hof von unseren bemitleidenswerten Kollektiven unterschied“, schreibt Orlow über einen Bauernhof bei Prag. Nahe der ungarischen Stadt Pécs taucht dann in der Offiziersmesse „auf wundersame Weise eine Ausgabe der Britanskj Sojusnik“ auf. Darin finden sich zwei Artikel von in den USA lebenden Wissenschaftlern, die über ihre Emigration aus der UdSSR schreiben (und von Haft und Tod sowjetischer Kollegen). Und da fragt sich der junge Orlow: „Was, zum Teufel, war mein Land für ein Land?“