Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Grenzwartezeiten

Russen wollen nach Finnland

Seit der Teilmobilmachung Putins ist die südöstliche Grenze des Landes stark frequentiert. Die Zahl der Einreisenden habe sich verdoppelt. Der Kreml dementiert den „Exodus“ und hält Berichte darüber für „übertrieben“.

 

Viele Russen versuchen angesichts der Teilmobilmachung wegen des Kriegs gegen die Ukraine die Ausreise ins benachbarte Finnland. Die südöstliche Grenze zu Russland sei weiterhin stark frequentiert, erklärte der Grenzschutz des Landes am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Bereits am Donnerstag habe sich die Zahl der einreisenden russischen Bürger im Vergleich zur Vorwoche mehr als verdoppelt.

"Heute Morgen ist immer noch viel los ... vielleicht noch ein bisschen mehr als gestern", sagte ein Sprecher des Grenzschutzes am frühen Freitagmorgen. Die längste Schlange bildete sich am stark frequentierten Grenzübergang Vaalimaa. Dort stauten sich die Autos auf einer Länge von etwa 500 Metern. Auch am zweitgrößten Grenzübergang Nuijamaa waren die Warteschlangen "länger als sonst", hieß es. Allerdings will das EU-Mitgliedsland den meisten Russen die Einreise verwehren.

So erwägt die Regierung in Helsinki Einreisebeschränkungen für russische Staatsbürger. Der Grund sei der zunehmende Grenzverkehr zwischen den beiden Ländern nach der Ankündigung einer Teilmobilmachung in Russland, sagte Ministerpräsidentin Sanna Marin. "Der Wille der Regierung ist sehr klar, wir glauben, dass der russische Tourismus gestoppt werden muss, ebenso wie der Transit durch Finnland", sagte sie am Donnerstag. Finnische Grenzübergänge gehören zu den wenigen Einreisemöglichkeiten für Russen nach Europa. Die ebenfalls an Russland grenzenden EU-Länder Estland, Lettland, Litauen und Polen weisen schon seit einigen Tagen russische Staatsbürger an den Grenzen ab.

Nach den jüngsten Rückschlägen im Krieg in der Ukraine hatte die russische Regierung am Mittwochmorgen die Einberufung von 300.000 Reservisten angekündigt. Das hat Befürchtungen ausgelöst, dass bestimmten Gruppen von Männern im wehrfähigen Alter die Ausreise verboten werden könnte. Am Mittwoch gab es einen Run auf Flüge ins Ausland. Direktflüge von Moskau nach Istanbul in der Türkei und Eriwan in Armenien - wohin visumfreie Ausreisen erlaubt sind - waren im Internet ausverkauft. Der Kreml erklärte hingegen, die Berichte über einen Exodus seien "übertrieben".

(APA/DPA)