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Gastkommentar

Karl Schwarzenberg, „Genosse Fürst“, ganzheitlich gesehen

Peter Kufner
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Ein Film über Karl Schwarzenberg, der aktuell im
Kino läuft, bedarf der Wahrheit halber ergänzender Informationen.

Der Autor

Prof. DDr. Antal Festetics (geb. 1937) studierte Zoologie in Wien und lehrt Wildbiologie an der Universität Göttingen. Er war Begründer des WWF-Österreich, Initiator des Nationalparks Neusiedler See und „Hainburg-Kämpfer“ für den Nationalpark Donauauen. Einem Millionenpublikum wurde er durch seine TV-Serie „Wildtiere und wir“ bekannt.

Ob süßlich oder peinlich, die Privatgeschichten von Prinzen haben beim „Volk“ immer Erfolg. Sie befriedigen den Schlüsselloch-Voyeurismus durch die beruhigende Erkenntnis, dass „die da oben“ auch nicht feiner als unsereiner sind. Wenn „schonungslos“ angesagt wird, was die private Schmutzwäsche betrifft, gibt es Gelegenheit zum Schmatzen für jene, die sich gern lustvoll empören. Die feine britische Art ist das natürlich nicht. Und mehr will ich zu dem aktuellen Kinofilm „Mein Vater der Fürst“ auch nicht sagen. Wohl aber möchte ich es ergänzen mit dem, was man von Karl Schwarzenberg wissen sollte, um ein einigermaßen objektives Bild von ihm zu bekommen.

Klug und vorausschauend

Karl Schwarzenberg und ich sind beide Jahrgang 1937 und miteinander verwandt, sein Urgroßvater war Tassilo Fürst Festetics. Schwarzenberg war seinerzeit mein Trauzeuge, und wir haben gemeinsam einiges erlebt. Was mich betrifft auch beruflich, als ich im Jahre 1975 die Wiederansiedlung des Luchses auf seinem Waldbesitz in der Steiermark durchführen konnte. Obwohl selbst ein Weidmann, hat Karl Schwarzenberg die Wut und den Widerstand seiner benachbarten Weidgenossen bewusst in Kauf genommen und so die Heimkehr des zuvor ausgerotteten prächtigen Prädators mit den Pinselohren in den Ostalpen ermöglicht.