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Fußball-WM

Wenige Fans und extreme Hitze: Ein Fußballspiel in Katar

IMAGO Creative: FIFA WM 2022, Katar-Kultur Man and woman looking at skyscrapers over water, Doha, Qatar, 04.07.2013, Co
IMAGO/Image Source
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Die katarische Liga pausiert wegen der WM für drei Monate. Alt-Stars verdienen sich eine goldene Nase in Katar. Viele Zuschauer kommen trotzdem nicht.

Viele Zuschauer haben nicht den Weg ins Hamad Bin Khalifa Stadion in Doha gefunden zum Spiel zwischen dem Qatar SC und Umm Salal SC. Obwohl das Stadion rund 18.000 Sitzplätze hat, sind nur etwa 50 Fans vor Ort. Irgendwie auch verständlich bei 39 Grad und einer extrem hohen Luftfeuchtigkeit. Im Gegensatz zu den WM-Stadien wird das Stadion auch nicht heruntergekühlt, so muss die Journalistendelegation aus Österreich, Deutschland und der Schweiz eben schwitzen.

Gespielt wird eine Gruppenpartie im Ooredoo Cup, der nach dem Sponsor, einem Mobilfunkunternehmen, benannt ist. Der Wettbewerb ist der dritte Cupbewerb im Land, nach Cup und Ligacup, und eigentlich so etwas wie eine Bewegungstherapie für die Mannschaften der Ersten Liga des Emirats. Die Qatar Stars League pausiert nämlich seit Mitte September, weiter geht es erst nach der Weltmeisterschaft, die am 18. Dezember zu Ende geht.

Während die katarische Nationalmannschaft auf Trainingslager in Österreich ist und dort laufend Freundschaftsspiele absolviert, müssen schließlich die übrigen Profis auch im Wettkampfmodus gehalten werden. Arg geschwächt ist ohnehin nur der amtierende Meister und Rekordchampion Al-Sadd SC, der rund die Hälfte des Nationalteamkaders stellt. Qatar SC nach sieben Runden der Meisterschaft auf Platz sieben und Umm Salal SC, auf Rang zehn der zwölf Teams umfassenden Liga, sind davon weniger betroffen.

Fürstliche Gehälter und mäßig guter Fußball

Aufseiten von Qatar SC gibt es aber immerhin einen Welt- und Europameister zu sehen, den Spanier Javi Martinez, der zuvor bei Bayern München war und die Champions League gewann. Berichten zufolge lässt sich der 34-Jährige sein Engagement mit rund 3,5 Millionen Euro netto versüßen. Seit Jahren ist die katarische Liga bei Fußball-Stars aus Europa und Südamerika beliebt, die sich dort das Ende ihrer Karriere versilbern lassen. So spielten etwa Pep Guardiola, Raul, Fernando Hierro (Spanien), Claudio Caniggia, Gabriel Batistuta (Argentinien), Romario (Brasilien) oder Stefan Effenberg (Deutschland) im Emirat, um nur einige zu nennen.

Technisch ist das Niveau im Spiel zwischen Qatar SC und Umm Salal SC relativ hoch, denn neben den Altstars, wurden viele Spieler in der Aspire Academy ausgebildet. Elyas Barimil ist einer davon. Der 21-jährige französische Stürmer wuchs in Katar auf, wie er erzählt. Acht Jahre war er in der berühmten Fußball-Akademie, ehe er in die 3. Liga in Frankreich wechselte. Dort "war es schwieriger", erzählt er, "aber auch Katar hat viele gute Spieler, und vor allem das Wetter ist hart".

Das merkt man auch im Spiel, das schlussendlich von Umm Salal SC klar mit 3:1 gewonnen wird. Körperlicher Einsatz fehlt fast komplett, und auch das Tempo ist eindeutig dem Klima angepasst. Martinez zeigt zwar mit zwei, drei Pässen seine Klasse, die meiste Zeit fällt er spielerisch allerdings nicht wirklich auf, offenbar ist es auch ihm hier zu heiß. Lange dauert der Auftritt des Spaniers dann ohnehin nicht. Nachdem er von einem Gegenspieler gefoult wird, revanchiert er sich mit einer Watschen und sieht die rote Karte. Beim Abgang wirkt er frustriert, dank seines fürstlichen Gehalts wird er den Platzverweis aber wohl bald verkraftet haben.

(APA)