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Gastbeitrag

Der Aufstand der Frauen im Iran

Im Iran sind die größten Proteste seit 2009 ausgebrochen. Was könnte das für die Zukunft des Landes bedeuten?

Dr. Homayoun Alizadeh (* 1952 in Zürich) ist iranischer Abstammung und war von 1995 bis 2014 leitender Funktionär des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte in Afrika, Asien und in Genf.

Am 16. September wurde die 22-jährige Mahsa Amini im Iran von „Sittenwächtern“ wegen Nichtbeachtung der islamischen Kleiderordnung verhaftet und ist in der Folge durch Schläge auf den Kopf verstorben, was zu internationaler Empörung und landesweiten Protesten führte. Seit über einer Woche dauert der Aufstand der Frauen nun an, der sich gegen die vier Jahrzehnte lange Unterdrückung und Diskriminierung im iranischen Gottesstaat richtet. „Zan, Zendegi, Azadi – Frau, Leben, Freiheit“, lautet der Hauptslogan der größten landesweiten Demonstrationen seit den Präsidentenwahlen von 2009, als über eine Million Menschen gegen Wahlbetrug auf die Straße gingen.

Die Frauen verbrennen Kopftücher, schneiden sich ihre Haare ab − und Menschen aus anderen Regionen erklären sich mit der Bevölkerung in Kurdistan, woher Mahsa Amini stammte, solidarisch. Ein Novum. Signifikant ist auch, dass Männer diesmal gemeinsam mit den Frauen auf die Straße gehen.