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Studie

Unis rentieren sich für Steuerzahler

Jeder Euro, der in die Hochschulen fließt, kommt mehrfach zurück. Durch die Investitionen in diesen Bereich steigen nicht nur Erwerbstätigkeit und Steuereinnahmen.

Die Hochschulen fordern aktuell rund 1,2 Milliarden Euro mehr, um durch die Energiekrise zu kommen. Ob sie diese vom Finanzministerium bekommen, ist noch offen. Dass sich jeder einzelne Euro, der in die Unis investiert wird, am Ende für den Staat jedoch mehrfach rechnet, zeigt eine aktuelle Wifo-Studie, die Wissenschaftsminister Martin Polaschek (ÖVP) mit der Präsidentin der Österreichischen Universitätenkonferenz (Uniko), Sabine Seidler, sowie Studienautor Jürgen Janger am Dienstag präsentierte.

Die Neuauflage der Wertschöpfungsstudie, die schon 2017 durchgeführt wurde, bringt für 2021 ähnliche Ergebnisse: „Unis bringen deutlich mehr Geld ein als sie kosten“, bilanzierte Polaschek (ÖVP) im Presseclub Concordia. Sowohl für Absolventen und Absolventinnen selbst als auch für den Staat „rentieren sich die Ausgaben für die Universitäten“, sagte Janger. Die anfänglichen Ausgaben würden von späteren Einnahmen „mehr als gedeckt“.

Die Unis seien ein nachhaltiges Investment im Sinne der Steuerzahler: So stehen etwa den 3,5 Milliarden Euro Bundesmitteln für die Unis von 2020 innerhalb von drei bis fünf Jahren Steuern von 3,9 Milliarden und eine Wertschöpfung von 7 Mrd Euro gegenüber.

Jede Ausgabe für die Hochschulen kommt mehrfach zurück.
Jede Ausgabe für die Unis kommt mehrfach zurück.(c) Picturedesk/Wifo/PW/Die Presse

Deutlich weniger Arbeitslose

Zu diesen schnell wirksamen Effekten kommen noch geringere Arbeitslosenraten, höhere Einkommen und damit höhere Steuern der Absolventinnen und Absolventen. So liegt etwa die Erwerbsquote bei Uni-Absolventen und –Absolventinnen um 13,7 Prozentpunkte höher (siehe Grafik) als insgesamt. Damit einhergehend sind in dieser Gruppe auch deutlich weniger (4,3 Prozent) arbeitslos (Gesamt: 6,2 Prozent, Stand 2021).

Positive Auswirkungen haben Investitionen in Hochschulen auch auf die Ansiedlung von Unternehmen und das Wachstum wissensintensiver Branchen. Ebenfalls langfristige Effekte betreffen die starke Innovationskraft. Bei den Kooperationen zwischen Unternehmen und Universitäten liegt Österreich unter den Top-3-Ländern Europas.
Davon abgesehen bringen die Hochschulen auch einen hohen gesellschaftlichen Nutzen mit sich, wie etwa in der Pandemie deutlich wurde. Sie würden auf „brennende Fragen“ Antworten finden, betonte Seidler. Universitäre Publikationen, Kooperationen mit Unternehmen, eigenen Start-ups und Spin-offs, die Mobilität des Personals und der Studierenden sowie die Anhäufung von neuem Wissen würden zur Wissensproduktion- und -vermittlung beitragen und damit zentral für die Gesellschaft sein.

Damit beeinflussen die Universitäten laut Studienautor Jürgen Janger drei zentrale Problemfelder des österreichischen Innovationssystems positiv und langfristig: Unternehmen siedelten sich vermehrt in Österreich an, wissensintensive Branchen vergrößerten sich und die Radikalität der Innovationen steige ebenfalls an. Auch in der aktuellen Energie- und Klimakrise zeigten die Hochschulen Lösungen auf, betonte TU-Wien-Rektorin Sabine Seidler. „Die Studie belegt ganz klar, dass es nur Vorteile bringt, in Bildung und Wissenschaft zu investieren“, – insbesondere in die Grundlagenforschung. Dort könnten oft erst Jahre später Erfolge erzielt werden, wie das Beispiel der Covid-mRNA-Impfstoffe aufzeige. (juwe)