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Morgenglosse

Der Staat ist nicht der Weihnachtsmann

(c) Clemens Fabry
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Mittlerweile ist ja gefühlt das ganze Jahr Weihnachten, wenn man an all die Geschenke denkt, die verteilt werden. Und der Weihnachtsmann ist Politiker oder Politikerin.

„Ja ist denn schon Weihnachten?“ Der deutsche Fußball-Kaiser Franz Beckenbauer machte mit diesem Slogan einst Werbung für eine Mobilfunkfirma. An das Unternehmen erinnert sich heute kaum noch wer, der Satz ist aber vielen noch im Ohr. Mittlerweile ist ja gefühlt das ganze Jahr Weihnachten, wenn man an all die Geschenke denkt, die verteilt werden. Und der Weihnachtsmann kommt nicht vom Nordpol, sondern ist Politiker oder Politikerin. Ja, es gibt längst auch Weihnachtsfrauen.

Nun wurde also der Energiekostenzuschuss für Unternehmen von den Weihnach.. – pardon – von der Regierung beschlossen. Das Ergebnis sieht so aus: So ziemlich jeder bekommt etwas, und so ziemlich jeder ist mit seinem Geschenk nicht zufrieden. Immer zu wenig, immer zu spät, immer ungerecht. Beim Versuch, es ja jedem recht zu machen, scheitert bekanntlich sogar der Weihnachtsmann. Die Politik erst recht. Es ist auch nicht die Aufgabe von Regierungen, allen die Last des Lebens von den Schultern zu nehmen.

Wie war das gleich mit dem Staat, den Steuern und so? Der Staat soll vielen so wenig wie möglich nehmen, um wenigen so viel wie nötig zu helfen. Das ist die etwas simplifizierte Definition vom Sozialstaat. Selbst in schwierigen Zeiten ist nicht jeder auf die Hilfe des Staates angewiesen. Nicht jeder Bürger und nicht jedes Unternehmen. Eigentlich sollten jene froh sein, die keine Hilfe brauchen, die nicht „bedürftig“ sind. Aber mittlerweile gilt ja der Slogan: „Hol dir, was dir zusteht.“ An den Weihnachtsmann, der das plakatiert hat, erinnert ich heute kaum noch wer, der Satz ist aber aktueller denn je.