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Kommentar

Börsenkurs: harte oder weiche Landung?

Harald Holzer Chief Investment Officer und Vorstandsmitglied Kathrein Privatbank
Harald Holzer Chief Investment Officer und Vorstandsmitglied Kathrein Privatbank(c) Barbara Nidetzky
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Expertenkommentar. Am besten illustriert die derzeitige Stimmung an den Börsender Kursverlauf des S&P 500 während der Pressekonferenz nach der letzten FED-Sitzung.

Zu Beginn stand der Index bei 3885 Punkten, sackte dann 1,5 % ab, erholte sich wieder, um dann mit -2,5 % auf einen neuen Tagestiefstand zu fallen. Diese Episode zeigt deutlich, dass die Kapitalmarktentwicklung im Wesentlichen von der Inflationsentwicklung abhängt. An den Aktienmärkten wird die Volatilität daher weiter hoch bleiben. Die Frage ist, wie wird sich die Wirtschaft entwickeln, wenn die Zinsen nun von den Notenbanken angehoben werden. Werden wir eine weiche Landung
oder eine harte Landung erleben, also nur eine leichte oder
gar keine Rezession oder doch einen massiven Einbruch?

Der Sommer ist vorbei

Nachdem sich die Sommerrallye an den Börsen als kurzlebig herausgestellt hat, ist die Stimmung der Anleger an den Märkten derzeit auf Tiefstständen. Eine harte Landung scheint immer wahrscheinlicher. Die Gefahr ist, dass gerade die Energiepreise hoch bleiben und damit die Inflation weiter befeuern, zusätzlich könnten so genannte Sekundäreffekte wie eine Lohn-Preis-Spirale in Gang gesetzt werden. In den USA steigen die Löhne bereits. Allerdings gibt es auch Grund zu vorsichtigem Optimismus. Die Revisionen der Unternehmensgewinne könnten schon einen Boden gefunden haben. Inwiefern die erwarteten FED-Zinserhöhungen schon eingepreist sind, ist schwer zu sagen. Ein wesentlicher Faktor werden die Produzentenpreise/Rohstoffpreise sein. Der Konsens der Ökonomen geht davon aus, dass die Konsumentenpreise in den USA und in der Eurozone bis Dezember 2023 auf 2.7% fallen werden, da Rohstoff- und Energiepreise nachlassen und sich das Wirtschaftswachstum durch die Zinssteigerungen abschwächt. Gekoppelt mit dieser Prognose ist die Markterwartung, dass die Leitzinsen in den USA bis Sommer 2023 einen Höchststand von 3.5% erreichen, aber danach wieder fallen sollten. Tritt dieses Szenario so ein, würden Investoren wohl mit einem blauen Auge davonkommen.

Wie man sich jetzt als Anleger positioniert

Wir sind sowohl bei Aktien als auch bei Anleihen vorsichtig positioniert - d.h. Aktien untergewichtet mit einem Fokus auf „Value“-Aktien, das sind Unternehmen, die auch in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld Gewinne erzielen sollten und auch Dividenden ausschütten.Auf der Anleihenseite halten wir Geldmarktpapiere für interessant, die von steigenden Zinsen in Form von höheren Kuponzahlungen profitieren sollten.Wir sind somit zu einem wesentlichen Teil gegen steigende Zinsen abgesichert, darüber hinaus setzen wir auf im Schnitt sehr hochwertige Emittenten. Sobald sich eine Wende beim Inflationszenario abzeichnet und die wirtschaftlichen Vorlaufindikatoren eine Erholung des Wirtschaftswachstums anzeigen, würden wir die Aktienquote
wieder erhöhen.

Mehr unter: www.kathrein.at

Disclaimer: Diese Information stellt die Meinung der Kathrein Privatbank zur Marktentwicklung und zur Wertentwicklung von Produkten dar und beinhaltet keine Anlageempfehlung. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung einer Veranlagung zu.