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Ballsaison

Wien will wieder Walzer tanzen

Es wird wieder getanzt: Die Kurse in den Tanzschulen sind laut Branchenvertretern „hervorragend“ gebucht.(c) HERBERT NEUBAUER / APA / picturedesk.com (HERBERT NEUBAUER)
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Die Wiener Tanzschulen sind wieder sehr gut gebucht, die Ballveranstalter rechnen nach zwei harten Jahren gar mit einer Rekordsaison: 550.000 Ballkarten könnten in Wien verkauft werden.

Zwei Pandemie-Saisonen lang musste Wien praktisch ohne seine Ballkultur auskommen. In diesem Jahr aber hoffen die heimischen Ballveranstalter und Tanzschulen sehr optimistisch nicht nur auf eine normale, sondern gleich eine Rekordsaison.

„Wir können davon ausgehen“, sagt Markus Grießler, Obmann der Sparte Tourismus in der Wiener Wirtschaftskammer, „dass die traditionellen Wiener Bälle alle stattfinden können.“ Grießler rechnet gar mit 550.000 verkauften Ballkarten in dieser Saison, was um 30.000 mehr wären als in der letzten normalen Saison 2019/2020.

Zwei oder mehr Bälle

Die alljährliche Befragung der Wirtschaftskammer zur Ballsaison habe etwa gezeigt, dass die Wienerinnen und Wiener nach zwei Jahren Zwangspause große Lust auf einen Ballbesuch haben: Vor der Pandemie gab jeder vierte Befragte an, auf einen Ball gehen zu wollen, heuer ist es schon jeder Dritte. Und: Die Hälfte der Befragten plant sogar, auf zwei, drei oder mehr Bälle zu gehen – deutlich mehr als früher.

Anlass zur Hoffnung also, auch für viele weitere Branchen wie Schneider oder Friseure. Der Umsatz aus der Ballsaison für die Wiener Wirtschaft könnte heuer laut Wirtschaftskammer von 152 Millionen Euro (2019) auf 170 Millionen steigen.

Sofern, und dieser Punkt ist natürlich nicht ganz unwesentlich, die Rahmenbedingungen im Herbst und Winter so bleiben wie derzeit. Also: keinerlei Corona-Auflagen. Eine Maskenpflicht in Innenräumen etwa würde die Balllaune stark trüben und wäre für Bälle „ein riesengroßes Problem“, so Grießler. Zur Erinnerung: Im Vorjahr war man zu Beginn des Herbsts auch noch ziemlich optimistisch, die Ballsaison trotz damals geltender 2-G-Pflicht (aber ohne Masken) halbwegs erfolgreich über die Runden bringen zu können. Dann aber kam eine neue Coronawelle – und praktisch alle Großveranstaltungen und damit auch die Bälle wurden abgesagt.

Tanzkurse: „Sehr, sehr schöne Nachfrage“

Insofern mag der Enthusiasmus der Ballveranstalter ein wenig überraschen, er wird aber auch von den Wiener Tanzschulen geteilt. Die verspüren nämlich nach zwei schwierigen Jahren „einen erheblichen Nachholbedarf“ seitens der Wienerinnen und Wiener, wie Thomas Kraml, Sprecher der Wiener Tanzschulen, sagt. Diverse Kurse seien in praktisch allen Tanzschulen „hervorragend“ gebucht, nicht nur, aber auch von jüngeren Menschen. „Sehr viele Studenten entdecken gerade ihre Liebe zum Tanzen.“ Die große Nachfrage sei „sehr, sehr schön und auch bitter notwendig“.

Denn durch zwei Jahre mit eingeschränkten oder zeitweise gar keinen Kursen sei die Branche „schwer krisengeschüttelt“, einige Wiener Tanzschulen hätten auch zugesperrt, meist solche, deren Betreiber kurz vor der Pensionierung standen und sich die schwierige Pandemiephase nicht länger antun wollten. „Es hat eine kleine Marktbereinigung gegeben“, sagt Kraml, „die vielleicht noch nicht zur Gänze abgeschlossen ist.“


In den Tanzschulen werden also die Tanzschritte geprobt und einstudiert, die Ballveranstalter seien, wie Obmann Grießler sagt, „auf Hochtouren“ mit den Planungen beschäftigt – aber natürlich auch noch ein bisschen vorsichtig. Viele würden noch zuwarten, ehe sie eine Location mieten.

Opernball am 16.Februar

Einige prominente Balltermine stehen allerdings schon fest, allen voran der Wiener Opernball, der am 16. Februar 2023 stattfinden soll. Der Kartenverkauf soll demnächst starten. Einer der ersten Bälle der Saison ist wohl der Rotkreuzball, der „voller Hoffnung und Freude“ (so steht es auf der Website) am 18. November im Rathaus über die Bühne gehen soll. Bereits geplant sind unter anderem auch der Silvesterball in der Hofburg, der Zuckerbäckerball (12. Jänner), der Ball der Wiener Philharmoniker im Musikverein (19. Jänner) und der Kaffeesiederball (3. Februar).

Auf einen Blick

Mit einer Wertschöpfung von 170 Mio. Euro für die Wiener Wirtschaft rechnet die Wirtschaftskammer in der heurigen Ballsaison – mehr als in der Saison 2019/20 ( 152 Mio.).

Jeder dritte Wiener plant laut einer Befragung einen Ballbesuch. Ein Viertel jener, die angab, auf Bälle gehen zu wollen, will heuer zwei besuchen, ein weiteres Viertel sogar drei oder mehr. Laut Wirtschaftskammer könnten, sofern die Saison ohne Corona-Auflagen stattfindet, 550.000 Ballkarten verkauft werden.