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Russland

Putins Show zur Annexion

Soldaten am - vor der für Freitag geplanten Zeremonie abgesperrten - Roten Platz in Moskau.
Soldaten am - vor der für Freitag geplanten Zeremonie abgesperrten - Roten Platz in Moskau.APA/AFP
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Der Kreml plant eine Feier zur Einverleibung der vier ukrainischen Separatistengebiete. Selenskij schwört zum Kampf ein.

Auf dem Roten Platz liefen die Arbeiten für den Festakt samt Unterzeichnungszeremonie am Freitag im Kreml auf Hochtouren: Der Aufbau eines Stahlgerüsts für eine Proklamation durch den Präsidenten nahm bereits in den vergangenen Tagen Gestalt an. Große blau-weiß-rote Banner künden von der Annexion der vier Separatistengebiete in der Ost- und Südukraine, von Luhansk, Donezk, Sapaorischschja und Cherson.

Moskau bereitet die Bühne für eine Rede Wladimir Putins, der sich zu seinem 70. Geburtstag in einer Woche gleichsam selbst beschenkt. Die vier prorussischen Separatistenführer, die formell um eine Aufnahme in die Russische Föderation angesucht hatten, sind schon nach Moskau gereist. Kommende Woche soll die Duma, das russische Parlament, in einem Formalakt das Ansuchen absegnen. „Die Lokomotive ist abgefahren“, sagte ein russischer Offizieller.

Modellfall Krim – mit Krieg

Die Choreografie folgt dem Beispiel der Einverleibung der Krim vor acht Jahren. Nach einem überwältigenden Votum der mehrheitlich prorussischen Bevölkerung auf der Schwarzmeer-Halbinsel vollzog sich die „Eingliederung“ im März 2014 innerhalb von fünf Tagen. Wenige Wochen nach den Olympischen Winterspielen in Sotschi ließ sich Putin auf dem Roten Platz, in der Duma und auf der Krim in patriotischer Aufwallung feiern.