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Cloud-Gaming

Google macht Games-Streamingdienst Stadia dicht

Erneut wird ein Google-Dienst geschlossen, der nicht die Erwartungen erfüllt.IMAGO/AAP
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Drei Jahre nach dem Start von Stadia zieht Google der Gaming-Plattform den Stecker. Auch zur Überraschung einiger Entwickler. Schon in wenigen Monaten ist endgültig Schluss.

Google+, Hangouts, Google Auto, Duo: Google ist nicht zimperlich, wenn es darum geht, Dienste, die die Erwartungen nicht erfüllen, wieder einzustellen. Neuestes Opfer: Google Stadia. Der Cloud-Gaming-Dienst reiht sich in eine lange Liste an Google-Diensten ein, die mit großen, vollmundigen Versprechen eingeführt wurden, um sie dann ziemlich abrupt wieder zu beenden.  Am Donnerstagabend erklärte das Unternehmen den Streamingdienst für gescheitert. Sehr zur Überraschung einiger Entwickler, darunter auch Rebecca Heinemann, die mit ihrem Team an einem Titel arbeitet, der Anfang November hätte rauskommen sollen. Noch im Juli dieses Jahres wurden Gerüchte über eine mögliche Einstellung auf Twitter abgeschmettert.

Die Streaminglösungen gelten in den Augen vieler Experten als Zukunft der Spieleindustrie. Google hatte Stadia erst im November 2019 gestartet und war damit ein Pionier bei solchen Diensten, die es unter anderem auch von Microsoft mit der Xbox-Spieleplattform und dem Grafikkarten-Spezialisten Nvidia gibt. Die ehrgeizigen Pläne des Internetkonzerns zum Marktstart, nämlich die Gaming-Branche umzukrempeln, erfüllten sich allerdings nicht, sodass Stadia nie eine wirkliche Bedrohung für etablierte Gaming-Akteure wie Sony mit seiner PlayStation oder Microsoft mit seiner XBox wurde.

Google-Manager Phil Harrison erklärte in einem Blog-Eintrag, der Ansatz von Stadia, Spiele für Verbraucher zu streamen, sei auf einer starken technologischen Grundlage aufgebaut worden. "Er hat bei den Nutzern allerdings nicht den Zuspruch gefunden, den wir erwartet hatten, sodass wir die schwierige Entscheidung getroffen haben, unseren Stadia-Streamingdienst einzustellen."

Kunden werden ihre Spiele noch bis zum 18. Jänner kommenden Jahres nutzen können und sollen Ausgaben für Hardware und Software zurückerstattet bekommen. Die gekauften Controller müssen dabei nicht zurückgegeben werden.

Harrison erklärte, die Teammitglieder des Stadia-Projektes würden in anderen Bereichen des Unternehmens arbeiten. Es gebe Möglichkeiten, die Technik von Stadia in anderen Bereichen einzusetzen. Mögliche Einsatzfelder seien Youtube, Google Play und AR-Brillen. Es bestehe auch die Möglichkeit, die Technologie Industriepartnern zur Verfügung zu stellen. "Das entspricht unserer Meinung nach auch der Zukunft des Gamings."

 

(APA/DPA/bagre)