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Gastbeitrag

„Ich bin Stifter – und stolz drauf?“

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Der vor sich hin dümpelnde Großspender-Markt in Österreich braucht einen Schub. Zum Welttag der Philanthropie.

Zum Autor

Univ.-Prof. DDr. Gerald Schöpfer (*1944), langjähriger Vorstand des Instituts für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universität Graz, seit 2013 Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes.

Ich brauche nicht so viel Geld. Ich kann damit nichts Vernünftiges mehr anfangen.“ Zugegeben: Den obenstehenden Satz wird man in Zeiten nicht allzu oft hören, in denen sich die Krise tief in den Mittelstand frisst. Anders die Lage am anderen Ende des Einkommensspektrums: Die Jahre seit der Finanzkrise und selbst noch jene der Pandemie waren gute Zeiten für Menschen mit Geld. Das weltweite Gesamtvermögen ist um fast ein Drittel größer als 2008, vermeldet der „Global Wealth Report“ der Credit Suisse. Reicher geworden sind aber nicht alle: Die Ungleichheit zwischen den Ländern sei zwar gesunken, jene innerhalb von Staaten aber gestiegen, so der Befund des serbisch-amerikanischen Ökonomen Branko Milanovic. Tatsächlich, es gibt sie, die Menschen mit sehr viel Geld. Ein Teil von ihnen kann damit nichts Vernünftiges mehr anfangen. Ein anderer denkt über philanthropische Leuchtturmprojekte nach, etwa als Großspender oder als Stifter.

„Es ist völlig normal“

Kaum war der Zeitpunkt günstiger als jetzt, um mit einem Teil seines Vermögens etwas Bleibendes zu bewirken – und darüber auch zu reden. Denn „in Österreich sieht man eine Stiftung in der Öffentlichkeit fälschlicherweise oft als Steueroptimierungsmodell und nicht als etwas Gemeinnütziges“, befindet die deutsche Stiftungs-Expertin Towa von Bismark. Es gibt sie schon auch, die gemeinnützigen Stifter Österreichs, von Hilde Umdasch über Hans Peter Haselsteiner bis zu Hannes Androsch. Doch die wenigsten stellen ihr Engagement auch öffentlichkeitswirksam in die Auslage und sagen: „Es ist völlig normal, das zu tun, und ich bin stolz darauf!“