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Klima:Wandel

Lasst die reichen Töchter zu uns!

Frank Stronach will das Mini-E-Fahrzeug „Sarit“ bald in der Steiermark bauen.
Frank Stronach will das Mini-E-Fahrzeug „Sarit“ bald in der Steiermark bauen.(c) Ingrid Kornberger / picturedesk.com
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Die großen Multis in Österreich bringen kein Unheil, sondern mehr Wachstum und grüne Patente. Wir sollten es ihnen leichter machen.

Was man aus Statistiken doch alles machen kann: Im Jahr 2018 haben ausländische Konzerne in Österreich erstmals fast genauso viel Vermögenswerte besessen wie heimische Betriebe, zeigt eine aktuelle Erhebung. In nur zehn Jahren hat sich ihr Anteil am Kuchen damit mehr als verdoppelt. Zahlen wie diese sind ein gefundenes Fressen für all jene, die auf jede Gelegenheit lauern, um den Ausverkauf des Landes wahlweise an die Chinesen oder an die bösen Multis zu beklagen. In manchen Branchen sitzt das Misstrauen besonders tief. So fürchten „die Kleinen“ etwa gerade bei der Energiewende, dass „die Großen“ ihnen das Geschäft wegschnappen. Dass die Zahl der Verfahren nach dem Investitionskontrollgesetz im ersten Jahr nach Inkrafttreten regelrecht explodiert sind, passt gut ins Bild. Wer braucht die Ausländer schon, hier im Land der Exportweltmeister und Hidden Champions der grünen Zukunftstechnologien?

Eines wird dabei gern übersehen: Ohne internationale Konzerne – und ihre Investitionen – wäre Österreichs Wirtschaft bei Weitem nicht da, wo sie heute ist. „Es gibt die große Sorge, dass ausländische Investitionen in einem Land Jobs vernichten oder die Profite der heimischen Unternehmen schmälern könnten“, sagt der Ökonom Mahdi Ghodsi vom Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) zur „Presse am Sonntag“. Gemeinsam mit seinem Kollegen Branimir Jovanovic hat er sich angesehen, was Direktinvestitionen internationaler Konzerne (FDI) wirklich anrichten. „Wir zeigen, dass nichts davon wahr ist“, fasst er die Ergebnisse knapp zusammen.