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Gastkommentar

Sexistische Werbung: Damit die Rakete wieder abhebt

Die Bewerbung der angeblich neuen Wunderpille gegen Erektionsschwäche ist sexistisch.

Der Autor

Univ.-Prof. Dr. Josef Christian Aigner (* 1953) ist Bildungswissenschaftler und Psychoanalytiker, ehemals Uni Innsbruck.

Es wird ja allgemein viel Blödsinn über Sex verbreitet und verkauft. Oft ärgere ich mich über die Bewerbung von Frauen-Luststeigerungsmitteln in Apotheken, weil die Pharma-Industrie mit ihrem verkürzten Sexualitätsverständnis nun auch auf die Frauen losgeht. Als ob der Lustmangel etwas wäre, was man mit Pillen wegzaubern könnte. Dabei geht das bei Männern auch mit Viagra und Co. nicht, wo von Anfang an zugegeben wurde, dass „die Rakete“ erst dann wieder „funktioniert“, wenn auch Begehren da ist.

Etwas vom Allerblödesten und Sexistischsten ist die Bewerbung der angeblich neuen Wunderpille gegen Erektionsschwäche, Neradin, die fast täglich zur Primetime über die Bildschirme flimmert. Auch wenn der österreichische Werberat, von zahlreichen Menschen angerufen, keinen Grund zum Einschreiten sah (man kann und muss ja auch nicht jeden Schwachsinn verbieten), verbietet fachliches Wissen eigentlich eine derartige Empfehlung von Potenzmitteln: