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Kritik

Staatsoper: Ein Rigoletto, den man nicht vergisst

Simon Keenlyside beeindruckte in der Wiederaufnahme am Samstag.

Es war eine Premiere, die Opernfreunden lang in Erinnerung blieb: Simon Keenlyside hatte 2014 Verdis „Rigoletto“ nur im ersten und zweiten Akt gesungen, musste sich im dritten ersetzen lassen. Am Samstagabend aber konnte man ihn durchgehend als jenes waidwunde Tier erleben, als das er Verdis Titelheld interpretiert. Durch seine subtile Gestaltung machte er sichtbar, dass Rigoletto ein Trauma hinter sich hat und ein gebrochener Mann ist – nicht erst, nachdem ihm die Tochter geraubt wird.

Die Angst und das Grauen vor dem, was um ihn abläuft, war ihm ins Gesicht und in die Klangfarbe der Stimme geschrieben, die er wohldosiert und niemals kraftstrotzend einsetzte. Vielmehr konzentrierte er sich auf feine Schattierungen, die die Seelenqual und den Vergeltungswillen des Hofnarren umso bedrückender machten.