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Prognosen

Italiens Wirtschaft schwächt sich ab - Bürde für Meloni

Giorgia Meloni verhandelt derzeit mit ihren Partnern über das neue Kabinett.
Giorgia Meloni verhandelt derzeit mit ihren Partnern über das neue Kabinett.(c) REUTERS (GUGLIELMO MANGIAPANE)
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Prognosen zufolge steht Italien am Beginn einer Rezession. Mit wirtschaftlichem Aufwind rechnet man erst im zweiten Quartal des nächsten Jahres.

Schlechte Nachrichten für die mutmaßliche neue italienische Regierungschefin Giorgia Meloni: Prognosen deuten darauf hin, dass sich die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone am Anfang einer Rezession befindet. Der am Montag veröffentlichte S&P Global Purchasing Managers Index für Italien zeigte den dritten Monat in Folge ein Schrumpfen des verarbeitenden Gewerbes an.

Ein Papier des Finanzministeriums hatte schon am Freitag darauf hingedeutet, dass der Abschwung bereits begonnen hat. Meloni, die mit einem Rechtsbündnis die Wahlen im September gewonnen hat, verhandelt derzeit mit ihren Partnern über das neue Kabinett. Als wichtigstes Amt gilt das des Wirtschaftsministers.

Italien schon jetzt stark verschuldet

Das Finanzministerium schätzt die Wirtschaftsentwicklung für das dritte und vierte Quartal als "leicht negativ" ein, belastet durch Rückgänge im Industriesektor. Auch zum Jahresauftakt 2023 werde ein Rückgang erwartet. Im zweiten Quartal könne es dann zu einem Aufschwung kommen. Laut Statistikamt gingen im August in Italien rund 74.000 Arbeitsplätze verloren, der zweite Rückgang in Folge. Die Stimmung unter Verbrauchern und Unternehmen ist im September stark gesunken.

Wie die künftige Regierung um Melonis postfaschistische Fratelli d'Italia (Brüder Italiens) auf die Abkühlung reagiert, ist offen. Im Wahlkampf hatte Meloni erklärt, dass sie in der Haushaltspolitik keine Risiken eingehen wolle. Innerhalb des Bündnisses, zu dem auch die rechte Lega von Ex-Innenminister Matteo Salvini und die Forza Italia von Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi gehören, unterscheiden sich aber die Ideen, wie etwa auf den drastischen Anstieg der Energiepreise reagiert werden soll. Für die Finanzmärkte ist das Thema wichtig, weil Italien bereits jetzt zu den am stärksten verschuldeten Ländern der Euro-Zone gehört.

(APA)