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Nobelpreis

„This is not a fake phone call“: Als das Nobelpreiskomitee Zeilinger anrief

Wollte sich mittig zwischen die Fahne der Uni Wien und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften stellen: Anton Zeilinger
Wollte sich mittig zwischen die Fahne der Uni Wien und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften stellen: Anton Zeilinger(c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)
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Anton Zeilinger über den Anruf um 11 Uhr, die Freiheit beim Forschen, die Puppen der Schwester und die Steuerzahler.

Ein schönes Zeichen, dass Anton Zeilinger, frisch gebackener Nobelpreisträger, seine Pressekonferenz in einem Hörsaal der Uni Wien hielt. Genauer gesagt: in der Boltzmanngasse an der Fakultät für Physik, deren Dekan er war. Applaudiert wurde schon lange bevor er, wie gewohnt mit verstrubbeltem Haar und weißem Bart, den Saal betrat. Die Gerüchte, dass er jedes Jahr am Tag vor der Bekanntgabe des Nobelpreises zum Friseur gehe, nannte er übrigens falsch. Aus allen Wolken dürfte er aber wohl nicht gefallen sein, als er um 11 Uhr den Anruf des Nobelpreiskomitees bekam. Der wurde übrigens eingeleitet mit einem „I just want to make sure, this is not a fake phone call“.

Zeilinger bedankte sich bei seiner Familie, für die er oft nicht genug Zeit gehabt habe. Und außerdem bei den österreichischen Steuerzahlern, denn „na, es ist einfach so“, ohne diese wäre sein Erfolg nicht möglich gewesen. Ihm sei es von früh an möglich gewesen, die Dinge zu machen, die ihn interessierten, erklärte er. Und nannte eine frühere Antwort auf die Frage nach dem Nutzen seiner Forschung: „Ich kann Ihnen stolz sagen, das ist zu nichts gut.“ Es sei weltweit gar nicht so oft der Fall, dass man einfach seiner Neugier nachgehen könne, das habe er erst später erfahren.

Zeilinger sprach warmherzig über seine Kindheit und die Puppen der Schwester, die er zerlegte. Über einen großartigen Physiklehrer am Gymnasium in Wien Hietzing („der konnte mir das Gefühl geben, dass ich die Relativitätstheorie verstehe“). Und etwas ärgerlich über das aktuelle Regelwerk im Studium: Bei ihm habe es noch keine „Bologna-Punkte und all diesen Unsinn“ gegeben. Und, überraschend: Er sei als Student keine einzige Stunde in Vorlesungen über Quantenphysik gegangen. Erst vor der Abschlussprüfung habe er darüber gelernt – und die Faszination erkannt.

Was er mit dem Geld machen will, wisse er noch nicht. „Aber ich habe eine Familie mit Kindern und Enkelkindern, da werden sich schon Möglichkeiten finden.“

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