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Krieg

Was die Amerikaner über Bidens Hilfe für die Ukraine denken

Die großen Unterstützungskundgebungen für die von Russland angegriffene Ukraine – wie hier im März am New Yorker Times Square – sind in den USA zuletzt seltener geworden.
Die großen Unterstützungskundgebungen für die von Russland angegriffene Ukraine – wie hier im März am New Yorker Times Square – sind in den USA zuletzt seltener geworden.AFP via Getty Images
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12,3 Milliarden Dollar ist das neueste US-Hilfspaket für die Ukraine schwer. Die Stimmung der Bevölkerung zum Kurs der USA ist aber nicht nur euphorisch. Das könnte sich auf die Midterm-Wahlen auswirken.

New York. Ende Februar 2022: Das russische Militär ist in der Ukraine einmarschiert. Es dauert keine Woche, bis der Straßenhändler an der 110. Straße, Ecke Third Avenue, seinem Stand ein neues Accessoire verpasst: Eine kleine blau-gelbe Fahne, angeheftet an das weiße Metallgitter zwischen Schirmmützen, Toupets und Handyhüllen. Im Schneegrau New Yorks leuchtet ihr Kunststoff wie ein Frühlingsgruß.

Sieben Monate später, und sie steckt noch immer an dem Gitter. Ausgeblichen, das Blau fast schon durchsichtig. Aber die ukrainische Fahne steckt noch dort, unauffällig, am Stand des Straßenverkäufers.

Verblichen ist auch das Interesse vieler US-Amerikaner am russischen Angriffskrieg in der Ukraine. Die lauten Unterstützungsbekundungen aus dem Frühling sind leiser geworden. Im Gegensatz zu Europa ist der Krieg hier weit weg – und kaum zu spüren. Auf Nachfrage hört man vielfach: Die USA sollten sich nicht einmischen, und schon erst recht kein Geld schicken, schaut man auf die vielen Krisen, die die Staaten aktuell selbst stemmen müssen. Inflation, Gesundheitswesen, Migration; gerade erst kamen schwere Verwüstungen in Puerto Rico und den Südstaaten dazu, Hurrikan Ian schickt sich an, der teuerste jemals zu werden.

Blickt man auf aktuelle Umfragen renommierter Häuser, wird die Ambivalenz sichtbar. Zwei Drittel der US-Amerikaner unterstützen zwar die Ukraine in ihrem Kampf gegen die russische Armee, wie ein Gallup-Report aus dem August zeigt. Präsentiert man Umfrageteilnehmern aber erweiterte Antwortoptionen, werden Nuancen sichtbar. Das Quincy Institute, ein außenpolitischer Thinktank in Washington D. C., vermeldete vergangene Woche seine Umfrageergebnisse: Nach einer sich verschlechternden weltweiten wirtschaftlichen Lage gefragt, befanden 48 Prozent der Umfrageteilnehmer die derzeitigen US-Hilfen für zu hoch. Wurde nach der Situation in den USA gefragt, lehnten gar 58 Prozent die aktuellen Hilfeleistungen ab, sollten Benzin- und andere Kosten weiter steigen.

Historisch hohe Summen